Erfahrungsberichte Erfahrungen Berichte Motorradreifen

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Roadrunner
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Erfahrungsberichte Erfahrungen Berichte Motorradreifen

Beitragvon Roadrunner » 10.05.2007, 16:34

Erfahrungsberichte zu Motorradreifen der ZZR 600 von User für User

Dieser Thread ist ausschließlich für ausführliche Berichte zu Motorradreifen vorgesehen.
Im Titel bitte den Reifen nennen!
Mögliche Stichpunkte
- Laufleistung
- Handling
- Trocken- Nassverhalten
- Besonderheiten
- Vergleich zum Vorgänger
- Vor- Nachteile

Beiträge, die keine Berichte sind, werden gelöscht!

In dem Bereich Reifen können Fragen und Anmerkungen geschrieben werden.
*********************************************************

Erfahrungswerte von Futzi zum Metzler Z6


hallo alle zusammen,
für alle die sich noch nicht einig sind welchen Reifen sie als nächstes draufziehen, wollte ich hier mal kurz meine Erfahrungen mit meinen Metzeler Roadtec Z6 Reifen offenbaren....

Aber erst mal die Fakten:

Meine ZZR ist noch gedrosselt(also hat noch 34PS). Das heißt aber nicht das ich nun der langsamste auf der Straße bin. Ich bin trotzdem schon recht zügig unterwegs :lol: und das schnelle Kurvenfahren ist meine Leidenschaft. Ich denke mal das die Reifen schon durschschnittlich belastet werden und auch die Seiten der Reifen werden gut beanschprucht. Ich bin also nicht der sture geradeaus Fahrer der nur auf der Geraden Vollgas gibt. Aber es fehlt halt der erhöhte verschleiß Aufgrund der höheren Motorleistung.

Aber zurück zu den Reifen:

Als ich mein Motorrad kaufte, war noch die Original Bridgestonebereifung drauf. Sie hatte zwar noch gut Profil, aber ich dachte ich fahre auf einem Holzreifen über Kopfsteinpflaster. Also holte ich mir die Roadtec Z6 und siehe da, es war ein unterschied wie Tag und Nacht. Also ich kann diese Reifen nur empfehlen. Sie haben so gut wie kein Aufstellmoment(überhaubt nicht vergleichbar mit den Bridgestone) und Grip in jeder Lebens(-schräg)-lage... selbst bei widrigsten Wetterbedingungen, d.h. Regen und Kälte, kleben diese Reifen wie UHU-Kleber auf einem frischen Blatt Papier. Sie lassen sich sehr genau Lenken und man hat eine gute Rückmeldung von der Straße... Aber jetzt das Beste:

Der Verschleiß ist "fast" Null. Ich habe sie bei 6000km raufziehen lassen, und jetzt habe ich 13500km auf der Uhr, bei erst etwa 1mm Verschleiß.
Und das nach 7500km... Also ich denke knapp 20000 km sind mit siesen Reifen durchaus realistisch... zwar wird der Verschleiß bei 98PS größer und somit die Laufleistung geringer, aber für den geringen Preis finde ich sie unschlagbar. Und ich denke für den Alltagssportler sind sie eine gute Alternative zu teureren Reifen (Sportec M3 und Co)
Also Preis Leistung stimmt...

Ich hoffe ich konnte hiermit einigen die Reifenwahle etwas erleichtern.

zum Schluss noch 2 Bilder meiner Reifen nach 7500km.... dann könnt ihr euch selber ein Bild machen ;) :lol:

Gruß Futzi

edit by Zauberer : Bilder gelöscht. Bitte verkleinert einstellen
Zuletzt geändert von Roadrunner am 12.05.2007, 07:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Vergleich Metzler Z6 / M3

Beitragvon Zauberer » 10.05.2007, 18:32

Bericht von Hägar:

Anfang der Saison habe ich einen Testbericht vom M3 versprochen. Hier ist er:

Vorige Tage habe ich die 6.000km-Marke seit der Frühjahrsinspektion geknackt. Genausoviel heit mein M3-Satz nun runter. Davon gehen etwa 2.000km auf Autobahn, der Rest auf gemischtes Heizen durch die Wälder und Stadtverkehr von/zur Arbeit. Meine Fahrweise würde ich als "sportlich ambitioniert" bezeichnen.

Der Hinterreifen hat hauptsächlich in der Mitte an Profil verloren. Dabei ist er einigermaßen rund geblieben. Der Profilverlust wird gleichmäßig nach außen geringer. Die etwas außermittig angeordneten Verschleißanzeiger liegen noch innerhalb der Profilrillen. Hier und weiter innen ist ein Restprofil von etwa 1,5mm vorhanden.

Anders sieht der Vorderreifen aus. Der hat in der Mitte noch reichlich Profil und ist vorrangig an den Flanken dünner geworden. Dort sind auch die Verschleißanzeiger angeordnet. Auch hier ist noch etwa 1,5mm Restprofil. In der Mitte und ganz außen sind es mehr.

Jetzt kann man lange streiten, wann ein Satz Reifen tatsächlich fertig oder noch fahrbar ist. Zumindest liegt alles noch im gesetzlichen Rahmen. Solange die Straße trocken ist, habe ich keinen Grip-Verlust feststellen können. Bei trockener Straße ist als Qualitätsverlust lediglich festzustellen, was auch für andere Reifen gilt: Da die Querschnitts-Rundung nicht mehr original ist, ist auch das Lenkverhalten nicht mehr ganz so schön wie bei Neureifen. Insgesamt halte ich den Reifensatz noch für fahrbar.

Da im Herbst und Winter bei mir nicht ganz so viele km zusammenkommen, werde ich erst im kommenden Frühjahr einen neuen Reifensatz montieren. Bis dahin wird der jetzige M3-Satz vielleicht 7.000km drauf haben.

Unterm Strich kann man also als erstes feststellen: Die Laufleistung ist für einen reinen Sportreifen bemerkenswert gut!

Zu den Fahreigenschaften: Der Referenzreifen ist für mich der Z6. Mit einer neuen Z6-Reifenpaarung hab ich mich aufs Möp gesetzt, bin losgefahren, und fand auf Anhieb alles super. Ohne Überraschungen und ohne große Umstellung fand ich wie selbstverständlich die anvisierte Kurvenlinie. Grip-Probleme konnte ich nicht bemerken. Daran sollte sich der M3 messen lassen.

Erster Eindruck des M3 im Vergleich zum Z6: Die Kurven werden gewöhnungsbedürftig. Anfänglich war mehr Konzentration als beim Z6 erforderlich, um die Linie zu treffen. Das Mopped wirkte insgesamt kippeliger.

Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase hatte ich den Bogen dann aber raus. Kein Problem mehr mit der Zielsicherheit. Dafür große Freude in den Kurven. Die anfängliche "Kippeligkeit" entwickelte sich zur Leichtigkeit beim Kurvenwechsel. Alles geht ganz leicht, fast ohne Kraftaufwand. Wenn man das einmal gefressen hat, macht es beinahe süchtig :D .

Wohl als Folge dieses quasi von selbst in die Kurve fallen ist auch zu beobachten, daß es beim Bremsen in der Kurve praktisch keine Aufstellneigung gibt. Das halte ich für ein ziemliches Sicherheitsplus, wenn man mal eine Kurve falsch eingeschätzt hat. Man muß sich dann einfach nur trauen und mit noch etwas mehr Schräglage die Kurve zu beenden. Der Reifen zwingt einen jedenfalls nicht in die Vertikale. 8) Höchstens die eigenen Nerven. ;)

Ergebnis: Der beste Kurvenreifen, den ich bisher gefahren habe. Setzt aber etwas Gewöhnung voraus.

Zum Trockengrip: Auf trockener Straße habe ich weder bei geradlinigen Vollbremsungen noch bei ungebremsten Kurven je ein Gripproblem gehabt.
Allerdings ist eine Sache dabei zu beachten: Das (nahezu) Fehlen einer Aufstellneigung verführt dazu, auch in Kurven mal etwas beherzter in die Bremse zu langen. Das kann kein noch so guter Reifen bis ins unendliche vertragen. Auf diese Weise habe ich schon den einen oder anderen Rutscher am Vorderrad produziert. Ließ sich aber jedesmal problemlos wieder einfangen:

Ergebnis: Der Trockengrip ist super und hat vor allem Sicherheitsreserven. Soll heißen: Zwischen beginnendem Rutschen und dem völligen Abflug liegt noch ein komfortabler Grenzbereich als Reserve, mit dem man sein aus den Zügeln laufendes Pferdchen wieder einfangen kann.

Naßgrip: Keine verwertbaren Erfahrungen, da ich es bei Nässe immer moderat angehen lasse. Verschiedene Probebremsungen auf gerader, nasser Strecke haben gezeigt, daß reichlich Verzögerung da ist. Die Grenze wollte ich aber nicht ausloten.

Zusammenfassung: Der Z6 ist für mich nach wie vor der unübertroffende und völlig problemlose Alleskönner. Er hat eine lange Laufleistung, geht leicht und überraschungsfrei durch alle Kurven, hat super Grip für sportliches Fahren und für Fehlerkorrektur. Der Reifen meiner Wahl für jeden, der eigentlich über seine Reifen gar nicht mehr nachdenken möchte.

Der M3 ist in Kurven etwas gewöhnungsbedürftig und deshalb etwas anspruchsvoller. Wenn man sich darauf eingestellt hat, genießt man die gesteigerte Kurvenfreudigkeit im Vergleich zum ohnehin leichtfüßigen Z6. Die Laufleistung ist überraschend hoch und kaum geringer als die des Z6. Das alte K.O.-Kriterium gegen Sportreifen, nämlich die geringe Laufleistung, greift hier nicht. Wer Kurven mag, für den ist der M3 der richtige.
der Zauberer
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Beitragvon Horst » 22.05.2007, 01:55

Ich fahre ebenfalls den Z6 kann mich in keiner Art und Weise über diesen Reifen beklagen nur eines möchte ich bitte hinzufügen wenn Du länger als 10 Minuten über 200 Km/H fährst kannst Du zuschauen wie Dein Gummi am Hinterreifen fliegen geht .

Hatte zuvor den Bridestone drauf da war das bei Hoher Geschindigkeit nicht so doll mit Gummi fliegen gehn. Gut dafür verhält er sich bei der ZZR 600 wie ein Holzreifen!

Fazit: Der Angststreifen beim BT war bedeutet breiter als beim Z6.

Auch das Rollsplitt fahren durch Kurven (oder leichtes Anbremsen)womit bisher wahrscheinlich schon einige Bekanntschaft hier gemacht haben verhält sich der Z6 viel, viel besser Gummimischung im Gegensatz zum BT hervorragend würde ich sagen
-->ZZR Bj.2000<--

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Beitragvon holycartman » 06.06.2007, 19:32

meine erfahrungen mit dem Pirelli Diablo Strada

Nach dem kauf meines bikes wollte ich gut sparen, und habe mir, ohne mir große gedanken zu machen, den Metzeler MEZ4 gekauft, für vorne und hinten, da die vorgängerreifen runter waren.
ich fahre: 70% autobahn (durchschnitt 200km/h)
20% stadt (50% ampelstarts mit vollgas)
10% überland (konstant im 3. - 4. gang was ich mich traue)
dabei hatte der metzeler etwa 1700km gehalten, bis in der mitte kein profil mehr da war, die markierungen waren da schon weggefahren!
ich habe insgesamt 4 hinterreifen und 2 vorderreifen auf etwa 12000km verfahren!
die metzeler waren zwar butterweich, hatten aber kaum grip. es hatte geregnet, und wenns regnet, dann trage ich mein bike um die kurven. auf der autobahn wollte ich die abfahrt runter, bei nasser straße, und bremse vorsichtig von 130km/h auf etwa 60km/h. plötzlich blockierte mein vorderrad, ich habe nicht stark gebremst, und ich hatte zu tun, nicht auf die gusche zu fliegen. (profil war vorne etwa bei der hälfte)

also FINGER WEG VOM MEZ4

der pirelli war schon teurer, für den gesamten satz habe ich 2006 mit draufziehen 270€ gelegt. aber die fahreigenschaften überzeugen mich.
ich bin das erste mal gefahren, und dachte, mein motorrad kippt in jeder kurve um, weil sich das motorrad nicht von alleine aufstellte in der kurve. den mez4 musste ich ja in die kurve prügeln! der strada macht das kurvenfahren von ganz alleine, und vermittelt mir dabei ein richtig gutes sicheres gefühl. mit dem reifen bin ich noch nie gerutscht, oder der gleichen.
man behauptet ja, der strada ist ein sehr guter regenreifen. da muss ich wohl auf die testberichte vertrauen, weil wie gesagt, ich bin ein regenschleicher. aber auch da, bei einigen probebremsungen musste ich feststellen, dass noch ordentlich haftung vorhanden war.
jetzt habe ich mit den reifen 6000km runter.
vorne: in der mitte noch 80% des profils, zum rand hin konstant abnehmend bis etwa 60% an den flanken, der reifen vorne ist zwar am rand mehr verschlissen, aber noch immer schön rund.
hinten: noch etwa 1mm vor der markierung, also werde ich wohl noch bis etwa 7000km kommen. der reifen ist immernoch rund, trotz dass am rand noch ne ganze ecke mehr profil da ist (etwa 4mm).
der reifen hat mich überzeugt, ein wahrer tourenreifen, mit sportlerambitionen. auf jeden fall um dimensionen besser wie MEZ4.

der strada ist besonders für biker, die lange strecken autobahn fahren müssen ideal, da er wirklich lange laufleistungen bringt. auf einem bike, was nur selten autobahn sieht, sollten laufleistungen von mehr als 10000km drin sein, da bin ich mir sicher.

mein urteil: (schulnote)

MEZ4 : Preis: 1
Grip: 5
Laufleistung: 6

Pirelli Diablo Strada : Preis: 2
Grip: 1
Laufleistung 2

grüße, Jörg

Neue Info: habe jetzt nen neuen Diablo Strada drauf, und muss mit erschrecken feststellen, dass der neue genau so wie der alte fährt! also auch beim fahren merkt man den unterschied zwischen neuem und altem reifen NICHT! also wirklich top zu empfehlen!
wer später bremst, bleibt länger schnell

Honda SC57-Repsol, 15000km, Bj.05, 172PS

NEUE BILDER VON MEINEM BIKE STAND 04.04.2008

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Olaf
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Michlin Pilot Power / Pilot Road

Beitragvon Olaf » 04.08.2007, 19:47

Auf ZZR 600 D & E

Michelin Pilot Road
Ein guter Reifen mit hervorragendem Fahrverhalten bei Nässe (unschlagbar in der Rückmeldung). Neutrales Einlenkverhalten und kein Aufrichten beim Bremsen in Schräglage. Hält je nach Fahrweise 10 tkm vorne und 5 tkm hinten.

Preis: 3+
Grip: 2
Nässe: 1+
Haltbarkeit: 3
Handling: 2
So ein eingefahrener Nagel reduziert abruppt die Haltbarkeit: Bild




Michelin Pilot Power
Ein hervorragender Reifen mit Wahnsinns Grip und gutem Fahrverhalten bei Nässe . Neutrales Einlenkverhalten und kein Aufrichten beim Bremsen in Schräglage. Auf der E muss etwas gedrückt werden. Die D fällt wie von alleine nach kurzen Lenkimpuls. Hält je nach Fahrweise 8 tkm vorne und 4 tkm hinten.

Preis: 3
Grip: 2+
Nässe: 2
Haltbarkeit: 3-
Handling: 2+

Damit macht es Spaß die Michelinmännchen an den Kanten abzufahren... :D
Der "Pflege-Monk"

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Alfa
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BT021 VS BT020

Beitragvon Alfa » 16.08.2007, 14:02

Hallo zusammen,

habe ja seit ca. 3 Wochen den BT021 drauf. In der zwischenzeit war ich mit dem Mopped in Urlaub, bedeutet Deutschland, Schweiz (Gotthard + Bernadino + zahlreiche kleinere Pässe), Italien und Frankreich. Macht insgesamt 200km + 3800km Erfahrung mit dem Reifen bei fast allen Bedingungen.
Größtenteils werde ich den Reifen mit dem Vorgänger dem BT020 vergleichen.

Meine Fahrgewohnheiten:
ca. 40% Autobahn, gerne sehr zügig (200+)
ca. 40% Landstraße
ca. 20% Stadt
--> Ergebnis beim BT020: in der Mitte abgefahren und außen noch Profil.

Vorgeschriebener Luftdruck bei der ZZR ist ja eigentlich vorne 2,5 und hinten 2,9 bar.
Den BT020 bin ich mit 2,7 vorne und 3,1 hinten gefahren.
Den BT021 fahre ich nun mit 2,4 vorne und 2,7 hinten. bei mehr Luftdruck geht bei dem Reifen die Dämpfung verloren und er verliert meiner Meinung nach an Handlichkeit.

Fahrverhalten:
Der BT021 ist in allen belangen besser als der BT020. Das Motorrad liegt vor allen Dingen in den Kurven nach meiner Einschätzung deutlich stabiler. Das Aufstellmoment ist weniger. Das Einlenkverhalten ist gleich geblieben, nur bei starker Schräglage meine ich das der BT021 mehr Reserven hat.
Der Grip besonders in den Kurven ist sehr gut. Bei Nässe hatte ich nie Rutscher (bin ca. 400km bei Regen gefahren), muss aber auch dazu sagen, dass ich mit dem ganzen Gepäck natürlich vorsichtiger gefahren bin. Auch bei dem alten Gotthard Pass, der komplett Kopfsteinpflaster ist, hatte ich nie ein schlechtes Gefühl.
Ach ja, nur zweimal hatte ich ganz üble Hinterradrutscher beim "rausbeschleunigen", und zwar in Italien bei 38 Grad auf dem Zebrastreifen. Da muss man echt aufpassen, ich hab echt nicht stark beschleunigt.
Fazit: Grip ist bei allen Temperaturen (0 Grad Bernadino Pass bis 38 Grad Italien) gut vorhanden.

Laufleistung:
Hier hat mich der BT021 echt überrascht. Ihr kennt ja diese "Pannüpel" auf neuen Reifen die man abfahren muss. Erstaunlicherweise waren die Pannüpel an der Flanken sehr viel früher weg als in der Mitte. Da macht sich die 2 Komponenten Mischung echt bemerkbar, die an den Flanken deutlich weicher ist. Vergleichen mit dem Verschleißbild vom BT020 wird dieser Reifen bei mir(!) bestimmt deutlich länger halten. Jetzt bei 4000 km ist mehr oder weniger kein Verschleiß erkennbar, nur die oberste Schicht ist abgefahren. Hinterrad hat in der Mitte noch 5,5mm Profil und außen 5,7 mm.

Preis
BT020 hat mich damals 265 EUR gekostet, während ich für den Satz BT021 dank Firmenrabatt immerhin noch 285 EUR gezahlt habe. Die haben also schon richtig was beim Preis drauf geschlagen, aber sollte die Laufleistung sich wirklich erhöhen hat es sich alleine schon deswegen und den besseren Handling/Fahreigenschaften gelohnt.

Fazit
Der BT021 ist deutlich besser als der BT020 und für die ZZR aus meiner Sicht auf jeden Fall empefehlenswert!

=============================================

Update (04.2009)

Mittlerweile habe ich 12.000 km abgespult und ziehe mir nun neue Reifen auf (Michelin Pilot Road). Meine Einschätzung bzgl. des Reifens hat sich nicht geändert... Ein Top Tourenreifen, welcher sehr empfehlenswert ist...

Nun zur Haltbarkeit, hier war ich insgesamt verwundert. Während der BT020 als erstes der Hinterreifen platt war und vorne noch Profil hatte, ist es beim BT021 genau anders rum.


Bild

Wie auf dem Bild erkennbar, ist der Reifen vorne an der Verschleissgrenze. Hierbei ist interessant, dass der Reifen sehr gleichmäßig abgefahren ist und außen sogar einen höheren Verschleiß hat als innen. Bei dem Hinterreifen zeigt sich ein anderes Bild, in der Mitte ist der Verschleiß deutlich höher als außen. Trotzdem war auf dem Hinterreifen noch mehr Profil und der Wechsel erfolgt nur wegen dem Vorderreifen.
Bedingt durch den sehr gleichmäßigen Verschleiß vorne, hatte man immer das Gefühl einen neuen "runden" Reifen zu fahren. Das ist eine deutliche Verbesserung zum BT020, welcher zum Schluss stark in der Mitte abgefahren war und man daher kein schönes Gefühl mehr beim einlenken hatte...
Zuletzt geändert von Alfa am 27.04.2009, 17:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Otis » 18.08.2007, 14:42

Hi
ich hatte am Anfang vom Jahr auch das Problem welchen Reifen ich mir draufmache. Als ich die Gute gekauft hatte war der Pirelli MTR02 hinten drauf mit dem ich auch ganz zufrieden war. Muß allerding sagen das ich nicht so ein Kurvenheitzer bin. :D
So, als der Tag X gekommen war und ich mir eigentlich den selben Reifen wieder montieren lassen wollte war dieser für meine ZZR 600 E nicht mehr verfügbar.
Ich schrieb dann auch hier in Forum ob mir irgendjemand einen guten Reifen empfehlen könnte,worauf ich auch einige Antworten erhielt. Es wurde mir sehr oft der Metzler Roadtec Z6 empfohlen der sehr gute Fahreigenschaften hätte. Nach einiger leserei, entschloß ich mich dann für den Metzler Roadtec Z6 und habe mir die Reifen montieren lassen.
Ich muß sagen das dieser Reifen sehr gut ist, bin auch schon mehrere Km im Regen gefahren und selbst im Regen hat er auch gute Laufeigenschaften. Bin also voll und ganz zufrieden. Der nächste Reifen falls es ihn noch gibt wird wieder ein Metzler Roadtec Z6. :lol:

Gruß Otis

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AVON Storm ST AV55 / AV56

Beitragvon sanplis » 20.10.2008, 09:38

Erfahrungsbericht AVON Storm ST AV55 (vorne) / AV56 (hinten)

Nachdem sich nun die 2. Saison mit der Bereifung dem Ende nähert und die Reifen ca. 12000km hinter sich haben ist es Zeit, meine Erfahrungen mit Euch zu teilen.

Die Reifen hatte ich damals aufziehen lassen, weil ich bis dato auf einer Yamaha XV535 Virago und einer Yamaha XJ600, beide ohne großartig sportliche Ambitionen, Touring-Reifen gefahren hatte und so meinen Reifen-Dealer nach einem relativ harten Reifen mit guter Laufleistung gebeten habe. AVON umwirbt die im Tourensport-Segment platzierten Pneus mit "überlegenen Grip auf nasser Fahrbahn" und einer Optimierung des Vorderreifen-Profils "um bei nasser Fahrbahn den Bremsweg zu verkürzen". Soweit so gut: lange haltbar + guter Grip = gekauft.

Meine Fahrweise und -verteilung:
Ich benutze das Motorrad fast ausschließlich, um von zuhause zur Arbeit und abends wieder zurück zu kommen. Dabei wird nur dann auf das Wetter Rücksicht genommen, wenn Sturm oder andere Extreme angesagt werden. Viel zu selten wird der Bock zum Landstraßen- und Kurvenbolzen verwendet. Die prozentuale Aufteilung:
- 60% Autobahn mit durchschnittlich 130-140km/h aber auch schnellere Passagen mit >220km/h
- 10% Stadt mit vorausschauender, gemäßigter Fahrweise (keine Burnouts/Wheelies/Stoppies/etc.)
- 30% Landstraße in normaler Fahrweise bis 120km/h ohne allzu große Schräglage (mit Ausnahme der Harztreffen :))

Preis:
Die Kosten beliefen sich im April 2007 auf 300€ inkl. Montage, Wuchten und Entsorgung der alten Gummis. Aktuell kostet das Päarchen AV55 (88,99€) + AV56 (114,99€) = 203,98€ (Preis www.mopedreifen.de vom 17.10.2008)

Haltbarkeit:
Wie gesagt, die Reifen haben mittlerweile 12000km runter und sehen aus, als wären sie neu. Nach Rücksprache mit meinem Reifenfuzzi "halten die ewig". Kann ich >leider< nur bestätigen.

Fahrverhalten:
Auf gerader Strecke (Autobahn/Landstraße) zeigt sich der Reifen stabil bis zur Höchstgeschwindigkeit, folgt aber dabei gerne mal der einen oder anderen Spurrille auf der Autobahn. Das Einlenkverhalten würde ich als neutral bezeichnen, es kostet ein wenig Nachdruck um die Maschine in Schräglage zu bringen. In der Kurve ist der Reifen unauffällig ohne Zicken oder großartiges Aufstellmoment. Isgesamt gibt der Reifen ein recht gutes Feedback obwohl er mir etwas hart erscheint.

Trockengrip:
Das Warmfahren dauert speziell für den hinteren Pneu einige Zeit und auch dann ist der Grip auf trockener Fahrbahn nicht alles was ich mir wünschen würde. Der Hinterreifen blockiert ziemlich schnell, ist dabei geräuschlos und hinterlässt lediglich eine schwarze Spur als Beweis. Dieser Umstand ist unabhängig davon, ob der Reifen kalt (ca. 2km Stadtfahrt) oder warm (ca. 40km Autobahn) ist. Auch beim Vorderreifen hätte ich mir mehr Grip gewünscht. So ist es mir zweimal passiert, dass der Reifen beim Fahren blockierte: einmal für den Bruchteil einer Sekunde im Harz in einer langen Rechtskurve auf der Landstraße als beim Vordermann kurz ruckartig bremste (hier hat sich die Situation durch Lösen der Bremse behoben, das Möp blieb konstant stabil) und das andere Mal bei einer Gefahrenbremsung beim Einbiegen in eine Kreuzung (hier ist mir das Vorderrad leider weggerutscht und ich lag auf der Seite). Dieser Missstand scheint primär die Schultern der Vorderreifens zu betreffen, da bei gerader Fahrt auf trockenem Untergrund durchaus ein Stoppie drin ist. Abgesehen davon ist der Reifen verlässlich, ich hatte auf den kurvigen Straßen im Harz nie das Gefühl, der Reifen könnte in Schräglage gleich wegrutschen.

Nassgrip:
die Erfahrungen die ich mit dem Reifen auf nasser Fahrbahn sammeln konnte spiegeln die Eigenschaften bei trockenem Untergrund wieder, wobei ich dazu sagen muss, dass man bei Nässe eh vorsichtiger fährt. Daher war die einzig negative Erfahrung als ich innerorts auf eine Straße eingebogen bin und dass Hinterrad dabei Traktion verlor, so dass ich im Drift angefahren bin ;)

Vergleich zu anderen Reifen:
Da dies meine erste Bereifung auf der ZZR-600 ist, fehlen mir die Vergleichswerte. Diese werden nach Möglichkeit nachgeholt.


Fazit:
In punkto Langlebigkeit gibt es keinen Punkt zum Meckern, allerdings geht diese zu Lasten des Grip und somit des Vertrauens in den Reifen. Ich werde daher zur nächsten Saison ein anderes, weicheres Paar Gummis aufziehen lassen.


Beste Grüße
sanplis


P.S. Anbei nochmal ein Link zu einem unabhängigen Test der Motorrad online (Dort leider auch Platz 7 und damit Schlusslicht).
"Drehzahl ist Leben" (Zitat meines Fahrlehrers)
Moped: ZZ-R 600 E-Modell 7 Bj. 1999, 72KW, 66t km - Bild

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Beitragvon Sephiroth » 23.08.2009, 17:43

Metzler Roadtec Z6 Interact

Nachdem ich mir in meinen hinteren Z6 - 160/60/17 nach nur 3000km einen Nagel gefahren habe, mit diesem aber sehr zufrieden war, fiel meine Wahl jetzt auf den Nachfolger. (Preis war der gleiche, 128€ also warum nicht mal das neuere Modell testen ;)

Die Charakteristiken des Z6 sind weiter oben schon ziemlich treffend beschrieben, deshalb braucht es eigentlich nicht viel um den Interact zu beschreiben:

Er hält was er verspricht.
Er ist der Nachfolger und so fühlt er sich auch an. Er kann alles, nur eben noch ein bisschen besser. Ich bin überwiegend auf Landstraßen unterwegs, mit gelegentlichen Abstecher auf die Autobahn.

Mein einziger Kritikpunkt am Z6 war eigentlich immer, dass er mir ein wenig zu schwer in die Kurven ging. Sehr berechenbar, ohne Zicken, aber halt auch nicht übermäßig agil.

Das hat sich beim Interact definitiv verbessert.
Der Geradeauslauf ist (nach wie vor) phänomenal, aber jetzt lassen sich auch Kurven geradezu kinderleicht dahinzirkeln.
Es ist nicht so, dass die Maschine jetzt deshalb plötzlich in die Kurven fällt, sondern sie lässt sich mit 100%iger Zielgenauigkeit in die Kurve legen tut exakt was man von ihr erwartet, bleibt in Schräglage TOP stabil und auch wenn man sich mal etwas vertut, kann von Aufstellmoment echt keine Rede sein.

Zum Verschleiß kann ich bisher noch nichts sagen, gehe aber mal davon aus, dass dieser ziemlich dem des Vorgängers entspricht.

Fazit: Wer im Z6 einen beherrschbaren Alleskönner gefunden hat, wird den Interact lieben. Metzler hat gehalten, was sie versprochen haben und haben einen würdigen Nachfolger geschaffen, der gegenüber seinem Vorgänger entschieden kurvenfreudiger geworden ist, aber in allen Lebenslagen berechenbar und gut zu kontrollieren ist.
ZZR 600 E BJ '93 - MRA Racingscheibe, Wilbers Ecoline 540, 40mm HH, Wilbers Bike Line Progressiv

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Re: Erfahrungsberichte Erfahrungen Berichte Motorradreifen

Beitragvon R_zzR_S » 21.11.2011, 17:22

Michelin Pilot Road 3

Ich fahre seit nun etwa 2-3 wochen den PiRo3 und habe ihn jetzt rund 1000 km in vielen Situationen getestet und möchte nun für alle die daran interessiert sind einen ersten Testbericht vorlegen.

Als vergleich auf der zzr gilt der PiRo2.
Der Power, BT03 und BT45 gelten als mir von anderen Maschienen bekannte Vergleichsreifen.

Vorweg:
Ich fahre in den Sommerferien immer eine Alpentour. Sonst geht's am wochenende zum heizen in Kombi und im Altag zur Ausbildung....
Fahrleistung pro Jahr etwa 25.000 km.
Ich habe mir den PiRo3 als Nachfolger des PiRo2 geholt und hatte erwartet das er sehr ähnlich, in einigem etwas besser ist.

Fahreigenschaften auf der ZZR:
Der PiRo3 macht schon in der Einfahrphase klar das er keineswegs eine Modifikation seines Vorgängers, sondern einen föllig eigenen Reifen darstellt.

Es fällt sofort besonders auf das der Reifen die Maschiene viel leichter macht, d.h. sie fällt nun viel stärker in die Kurven, hat ein geringeres Aufstellmoment und nimmt schnelle richtungswechsel viel leichter hin.

Ich war vorher öfter mit dem Knie und den Fußrasten am Boden, war jetzt aber überrascht wie souverain sie auf die Fußraste fällt und wie hohe kurvengeschwindigkeiten bei mittleren bis kalten Temperaturen möglich sind.

WICHTIG >>Die ZZR kann diesen Reifen nicht wirklich in den Grenzbereich zwingen, es ist also Pure Geldverschwendung hier einen Pilot Power oder anderen Supersportreifen aufzuziehen.

Der PiRo3 setzt generell auf den Geschwindigkeitsbereich von 25-230km/h starke Schräglagen über 180 sind auch sehr angehm. Bei 230 km/h kommen leichte schwingungen ins Fahrwerk die sich aber bis 260 wieder einstellen. Dieser Bereich birgt meiner Meinung nach ein leicht erhötes Risiko für ungeübte Fahrer und sollte relativ langsam angetastet werden.

Komfort:
Der Komfort ist auf der ZZR sowiso ziemlich hoch, der PiRo3 Schluckt noch mehr wellen als der 2, das ist schön und gut, für mich aber ehr unwichtig.

Regentest:
Im Regen hat der Reifen wie im Test bei Motorrad bei mir sehr gut abgeschnitten, obwohl ich mich hier nicht so weit traue.
Sehr positiv ist mir aufgefallen das die Traktionsprobleme beim Beschleunigen am Hinterreifen im Regen deutlich gesunken sind.
Michelin Pilot Road 3 Testbericht 1000km

Laufleistung:
unbekannt, nach 1000Km sieht er wie neu aus, aber das sollte er auch. Ich erwarte etwa 15.000-20.000 km

Charakteristik, Fahrertyp:
Der Pilot Road 3 ist einen Tourenreifen der sehr Sportliche Manieren an den Tag legt. Er verlangt geradezu nach einem dynamischen Tourenfahrer und keinem Rennsportgerät. Das Zeigt sich bei einem sehr hohen grip im kalten und Mittleren Temperaturbereich (Im oberen wird er Schmierig) und sehr guten Regenlaufeigenschafften. Er lässt das Handling der ZZR an eine CBR 600 F erinnern und ist in Sachen Sicherheit sehr gut, wenn nicht sogar der Beste.

Auf der ZZR für 2012 die Beste wahl.

Und P.S. ich war immer von der kurzen übersetzung genervt, jetzt fahre ich vorne ein 17 Z Ritzel. Beschleunigung bei über 240 ist deutlich besser und beim ruhigen Touren dreht sie nicht so hoch.
ZZR 600 E 90.000km Bj. 93 und immernoch volle Kompression :)

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Erfahrungen mit dem Pirelli Angel GT (2013)

Beitragvon Silencer » 16.07.2013, 16:33

Pirelli Angel GT (2013)

Pirelli hat mir mit dem Tourensportreifen “Angel ST” im vergangenen Jahr einen großen Teil Freude am Fahren geschenkt. Der Reifen passte perfekt zu meinem Fahrverhalten, verhielt sich gutmütig, aber knackig in Kurven und hatte ein gutes Bremsverhalten auf nasser Strasse. Ich schreibe bewusst in der Vergangeheitsform, denn den Angel ST gibt es nicht mehr.

Sein Nachfolger heisst GT, “Gran Turismo”, und soll durch eine Mehrkomponentenkonstruktion nicht nur haltbarer sein, sondern auch noch größere Sicherheitsreserven bei Nässe bieten. Ich war ja erst einmal skeptisch. Noch haltbarer? Meine Angel STs habe ich mit 11.000 Kilometern in Rente geschickt. Aber nicht, weil das Profil schon am Ende gewesen wäre – da wären locker nochmal 4-5.000 Kilometer drin gewesen. Nein, ich habe mich von ihnen getrennt, weil sie nach 3.000 Kilometern Autobahn bei der Tour im letzten Jahr in der Mitte platt gefahren waren. In der Folge mussten sie für Schräglage über eine Kante gestemmt werden, was weder elegant noch angenehm ist. Also wurden sie Anfang der Saison gegen die GT ausgetauscht.

Zu Pirellis neuem Tourensportreifen Angel GT liest man im Moment allerorten “Tests”, die sich in der Regel darauf beschränken, die Pressemitteilung des Unternehmens wiederzukäuen. In den besseren Fachpublikationen findet durchaus schon einmal ein Fahrtest mit Hands-on und Messungen zum Bremsverhalten auf Nässe statt, was schon einmal nicht schlecht ist. Zur, angeblich verbesserten, Haltbarkeit finden sich bislang keine Aussagen. Da ich jetzt bereits 8.000 Kilometer mit den GTs runter habe, kann ich mir zu allen Aspekten des Reifens ein Urteil erlauben.

Handling
Zunächst: Was sich zum Glück nicht verändert hat ist das Handling. Der Angel ist nach wie vor gutmütig in Kurven, die Schräglage lässt sich fein dosieren. Hier hat man nichts verschlimmbessert.

Auf Nässe
Nach Fahrten im Starkregen (am Tag als Passau unterging war ich dort unterwegs), auf Landstrasse und Autobahn, kann ich sagen: Wow. Hier hat sich echt nochmal was getan. Der Angel GT klebt förmlich auf der Strasse, als wenn ihn Nässe überhaupt nicht interessiert. Selbst wenn die Reifen kalt sind, bieten sie noch mehr Grip als manch anderer Tourenreifen bei Betriebstemperatur. Sagt zumindest das Magazin “Motorrad”, bei dem der GT Sieger im Segment Tourensportreifen geworden ist. Kann ich nur bestätigen, bei Fahrten im Regen rutscht nichts in Kurven, und Bremsen funktioniert erstklassig.

Haltbarkeit
Ich habe mit dem GT jetzt 8.000 Kilometer runter, die Hälfte davon vollbepackt auf Autobahnen (Und 20 Kilometer auf Schotterstrassen mit spitzen Steinen und 2 Kilemoter in einem trockenen Sturzbachbett aber das sind andere Geschichten). Der Vorgänger war nach 3.000 Kilometer Autobahn in der Mitte platt, mit spürbaren Kanten an den Seiten. Der Angel GT hat nun in der Mitte der Lauffläche eine härtere Gummimischung, und ja, das macht sich bemerkbar. Nach der Autobahntortour ist zwar wieder eine leichte Kantenbildung zu merken, aber nur im Hinterreifen und lange nicht so schlimm wie beim Vorgänger. Während der nahezu hin war, lässt sich die Kante beim GT ignorieren oder sogar wieder rausfahren. Profiltechnisch ist der GT auf jeden Fall weit vom Ruhestand entfernt, ich schätze die Haltbarkeit insgesamt auf 16.-20.000 Kilometer*. Im Folgenden ein paar Vergleichsbilder von fabrikneuen Angels (links) und meinen mit 8.000 Kilometern auf der Uhr.

Bild

Bild

In der Summe lässt sich sagen: Das bessere Handling auf nasser Fahrbahn und die bessere Haltbarkeit sind keine Erfindungen von Pirellis Marketingabteilung. Der Angel GT ist in diesen Bereichen wirklich besser als sein Vorgänger, gleichzeitig behält er aber alle anderen Stärken bei. Es besteht also kein Grund, jetzt die Restbestände an STs aufzukaufen. Im Gegenteil: Man sollte so schnell wie möglich umsteigen. Lediglich eines gefällt mit nicht: Das kleine Easteregg mit dem Engel gibt es beim GT nicht mehr, aber darüber kann man hinwegsehen.

* Bei meiner Fahrweise. Ich fahre gerne auch mal sportlich, gehöre aber nicht zur Heizerfraktion, die ihre Reifen zwischen zwei roten Ampeln zerlegt.
Meine Kleine: 2003er E-Modell, 85k km, Motor 63k, Tourenfahrer.

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Schnibbelwind
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Re: Erfahrungsberichte Erfahrungen Berichte Motorradreifen

Beitragvon Schnibbelwind » 10.08.2015, 13:24

Metzeler Roadtec Z8 Interact

- Laufleistung
Folgt (Sind noch relativ neu)

- Handling
Sehr neutral, kein Aufstellmoment beim Bremsen

- Trocken- Nassverhalten
Guter Grip, vermittelt Vertrauen, habe sie noch nicht ans Limit bekommen
Nass muss ich mich noch heran tasten, vermittelt aber auch hier Vertrauen.
(Die Z6 haben hier enttäuscht)

- Besonderheiten
Gibt es in der 0° Gürtel Variante (gut für viel beladung und lange strecken)
3 Zonen Gummi (Flanken weich, Mitte hart)

- Vergleich zum Vorgänger
zum Z6 liegen Welten

- Vor- Nachteile
Mit 0° Gürtel und Solo etwas kipplig bei 220Kmh
ZZR 600 E *93, 36tKM, ohne Ram-Air, ohne Sekundärluftsystem, abgestimmt mit Lambda-Sonde (seit 11tKM)

Meine Bilder von der ZZR 600
https://drive.google.com/folderview?id=0B65R3i8NUwsEfjB4cWs4MG1tMU9tSGVWX3RiM0JzcXNhMC1OSFB2aDRtUXlQc2hCb2FOZVU&usp=sharing


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