Anleitung: Polieren

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holycartman
Alter Hase
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Anleitung: Polieren

Beitragvon holycartman » 17.02.2008, 22:28

hallo,
ich wollte hier eine anleitung schreiben, wie ich lackierte oder auch unlackierte aluteile poliere.
ich mache das schon, seitdem ich damals mit der simson unterwegs war. ich habe meinerzeit schon viel ausprobiert, und habe denke ich eine gute erfahrung, was das polieren angeht.


ich habe letztes wochenende mal alle meine seitendeckel abgemacht, und poliert, und am beispiel des zündgeberdeckels möchte ich das nun einmal demonstrieren:

KOSTEN: 5€ (die teile alle zusammen sind etwa für 30€ zu erhalten, aber auch für viele anwendungen zu verwenden)

MATERIALIEN: -120er trockenschleifpapier
-220er, 500er und 1000er nassschleifpapier
-lackbürsten-EX-aufsatz (8€ im baumarkt, oder auch "nylonbürste" genannt)
-nigrin Chrom- und Alupflege (5€ baumarkt)
-rot-weiß-Aluminium-spezialpolitur (9,95€ bei Polo)

WAS: Aluteile, lackiert oder unlackiert


Bild
hier seht ihr das nassschleifpapier:


Bild
hier seht ihr den polieraufsatz


Bild
hier seht ihr den schleifaufsatz, mit welchem man den lack wegmacht


ich habe mir platz auf meiner werkbank gemacht, und mir den deckel geschnappt.
um es etwas zu ereinfachen, habe ich den alugussdeckel mit schrauben am tisch "fixiert" und nicht angeschraubt. also ich kann den deckel runterheben, wenn ich will.

Bild
hier seht ihr mal den deckel mit dem alten lack drauf. wie man sehr gut sieht, sind alte ölspritzer richtig eingebrannt, und die bekommt man nicht so gut mehr runter.
viele haben auch kratzer von umfallern an den deckeln, und die kann man so relativ einfach rausschleifen (aber NUR mit dem 120er trockenschleifpapier!!!)

ich habe dann in meine bohrmaschine den roten bürstenaufsatz eingespannt, und losgelegt. dabei immer schön kreisend über das bauteil fahren, ruhig schön hohe geschwindigkeit.
vorteil vom nylonaufsatz: beim nylonaufsatz wird die metallische relativ weiche aluoberfläche nicht beschädigt! wenn man stehlbürsten benutzt, bekommt man zwar den lack sehr schnell runter, aber das alu darunter wird extrem beschädigt, es fängt an zu schmieren, und man hat am ende extrem zu tun, mit 120er trockenschleifpapier die schäden herauszuschleifen.
option: glaskugelstrahlen (dabei wird der lack entfernt, und das material darunter bleibt unbeschädigt).
sandstrahlen: dabei wird relativ viel material entfernt, jedoch gleichmäßig. doch die grundlage fürs polieren ist trotzdem nicht gut, weil die oberfläche extrem rauh ist, und man viel trocken nachschleifen muss!

wir sind jetzt nach der bearbeitung mit der roten nylonbürste beim nachfolgenden bild:

Bild
man sieht hier bereits die metallische oberfläche, welche jedoch noch ziemlich kratzerreich ist. die seiten des deckels sollte man mit dem 120er trockenschleifpapier abschleifen, da man an den scharfen kanten der verschraubungsösen den nylonaufsatz extrem verschleißt.

nachdem wir also den deckel mit nylonaufsatz und 120er trockenschleifpapier bearbeitet haben, und keine lackrückstände zu sehen sind, nehmen wir 220er nassschleifpapier, und schleifen mit der hand den gesamten deckel. dabei nicht zu sparsam sein mit dem papier, und auch nicht mit wasser. man merkt, dass man fertig ist, wenn die kraft beim schleifen mit dem papier nachlässt, denn dann hat man kaum noch abrieb. es fühlt sich mit dem 220er papier dann einfach schon glatt an.
das gleiche macht man auch mit dem 500er und dem 1000er papier. beim 100er papier merkt man mit der zeit, dass das wasser abperlt, weil die oberfläche so glatt wird.
danach sieht es dann folgend aus:

Bild
hier sieht man nicht viel :) aber ich beschreibs mal: der deckel sieht trocken sehr glatt, matt und glänzend aus. die oberfläche sieht beim genauen hinsehen sehr homogen aus. gratzer wird man später alle sehen. aber das kommt mir der erfahrung...

als nächstes nimmt man sich den polieraufsatz zur hand und reibt den aufsatz als auch den deckel dezent mit dem nigrin-alu-chrom-zeugs und fängt an, den deckel aufzupolieren. der paste wird kurz drauf richtig schwarz, aber das ist ok.
irgendwann wird die paste trocken, und klebt am deckel fest. wenn man über diese stellen schleift, schleift man das schwarze zeug plötzlich weg. das macht man so lange, bis nix schwarzes mehr am deckel ist. danach wiederholt man das noch einmal, bis die paste wieder wegpoliert ist. die stellen, wie die scheibe evtl. nicht hinkommt, macht man mit der hand.
danach sieht der deckel wie folgt aus:

Bild


nun wiederholt man das polieren mit dem polieraufsatz mit dem rot-weiss auch zwei mal.
danach sieht das dann so aus:

Bild

hier sieht man noch ein paar kleine kratzerchen, aber wenn der deckel montiert ist, sieht er echt spitze aus, dazu aber später noch ein bild.


wenn jemand nach dem ersten poliergang noch ein paar kratzer drauf hat, die er nicht möchte, so muss er entscheiden, mit welchem schleifpapier er sie entfernen kann. danach muss er schleifen, und den gesamten vorgang erneut durchführen.
das ergebnis lässt sich verbessern, indem man bis 2000er nassschleifpapier runtergeht, und ganz ganz oft schleift, außerdem muss man mit der polierpaste öfters drüber.

aber für eine stunde arbeit ist der deckel glaube ich gut geworden :)


noch ergänzend dazu:

Problem: man hat aluteile poliert, und kommt in den regen. danach ist es oft so, dass die teile angelaufen sind, oder matt werden. dagegen hilft ein einfaches mittel zum frisch aufpolieren: küchenrolle!
nehmt ein blatt küchenrolle, muss richtig sauber und trocken sein, und dann bringt ihr OHNE zusatzmittel das alu wieder glänzend, wichtig dabei ist, dass ihr das teil vorher richtig sauber macht, damit ihr wegen krümel keine kratzer einpoliert. denn küchenrolle ist durch die grobe struktur der holzspäne sehr abrassiv, und wunderbar um trocken zu polieren.
Zuletzt geändert von holycartman am 09.04.2008, 16:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Superfly_HOF » 18.02.2008, 00:46

Interessanter Thread.

Die reine Bearbeitungszeit kann man deutlich verringern indem man den Lack zuvor abbeizt und erst dann mit der Kunststoffbürste und der Bohrmaschine drübergeht. Als Abbeize hat sich bei mir eine Beize von "Krähe" und auch von "Weicon" bewehrt die man z. B. über eine Schreinerei beziehen bzw. sich abfüllen lassen kann (soweit man ein Gewerbe hat! Privat nicht mehr erlaubt wegen Umweltschutz etc.). Einfach draufschmieren und ein Stündchen drauflassen. Der Lack löst sich schon so gut wie von alleine ab und in der Stunde der Einwirkzeit kann man ja was anderes machen.....
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