Umbau auf "richtige" Stummel!

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Scaz0r
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Umbau auf "richtige" Stummel!

Beitragvon Scaz0r » 05.07.2015, 22:45

Hallo zusammen,

ich hab gerade ein paar Stummel von der Suzuki SV 650 S gekauft :roll:

So sehen die aus:
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Ich hab für mich entschieden, dass die ZZR bleibt. Es ist einfach ein echt gutes Moped, und auch mittelfristig gedacht ist es (auch z.B. finanziell) die beste Lösung für mich.

Ich hab die Vor- und Nachteile abgewägt und fest steht, an der Sitzposition muss ich arbeiten.
Höhere/weiter nach hinten verschobene Rasten hab ich schon.
Eventuell muss die Sitzbank zum Polsterer oder eine zweite, billige her zum experimentieren mit Schaumstoff o.Ä.. Ich rutsche immer nach vorne und könnte generell einen ticken höher sitzen.

Was aber massiv stört sind die Stummel. So an sich ist die Sitzposition echt bequem. Aber bequem macht langsam. Und wenn ich mich so künstlich bücken muss die ganze Zeit um in eine gute Ausgangsposition zu kommen, verbraucht das auch unnötig Konzentration/Aufmerksamkeit.
Ich brauch nich bequem, ich will ein Bückeisen :badgrin: :D

Achja: Und ich rede primär von Rennstrecke!
Für die STVO werden es wohl die originalen bleiben. Ich hab echt keine Lust mir das mit dem TÜV zu geben.
Das ist natürlich ein ganz schön großer Schritt in Richtung Rennstrecke... mal sehen. Víelleicht kommt eine zweite ZZR (?). Günstiger, sinnvoller wäre zwar eine kleine 250er oder 400er o.Ä. aber das ist hier erstmal nicht Thema.

Die Stummel der SV, bzw. die Standrohre haben den selben Durchmesser. Rein technisch passt das also.
Offene Fragen sind jetzt noch:
  • Kommen die Lenker an den Tank?
  • Passt das mit der Kanzel?
  • Passen Kupplungs- und Gaszüge? Elektrik ist ja sowieso zu lang bzw macht keinen Unterschied

Zur Not lasse ich die Flex ihr Werk verrichten \:D/

Hier sieht man ganz schön, dass zwischen Originalstummel und Kanzel noch ordentlich Platz ist:
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Von der anderen Seite, bei eingeschlagenem Lenker sollte das auch gut passen:
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Die Innenverkleidung kommt weg. Das Schließfach geht mir eh so auf den Sack mit dem ständigen klappern, nutzen tu ich es nicht und es sind nur zusätzliche Arbeitsschritte beim Wechsel von Rennstrecke auf Straßenbetrieb. Landen wohl demnächst im Biete-Teil hier im Forum, zusammen mit meiner blauen Scheibe, durch die man, auf den Tank gebückt, nikkes sieht! :lol:

Bin schon gespannt wie das wird. Ob es vielleicht sogar Plug'n'Play passt (wird es nicht :oops: ) und vor allem auf das Endergebnis, die Sitzposition später.
Womöglich wird sie voll fürn Arsch sein, aber wenigstens hatte ich was zu tun :) 8)

Der Fred wird selbstverständlich mit reichlich Bildern gefüttert. :D
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Re: Umbau auf "richtige" Stummel!

Beitragvon Maddin_HH » 06.07.2015, 10:32

Da bin ich mal gespannt wie das nachher passt!

Bzgl. deiner Optimierungen für die Sitzposition, habe ich da noch einen Tipp, den ich letzte Woche von der Rennstrecke mitgebracht habe.

Mein Instruktor hat mir von diesen Dingern vorgeschwärmt! Verbessern enorm das Handling und entlasten den Fahrer. Wirst du aber sicherlich auch schon gesehen haben auf der Rennstrecke. Sollte evtl. auch dein Problem mit dem "nach vorne rutschen" beheben bzw. abmildern.

Für die ZZR müsste man dann aber wohl universal Matten zuschneiden. Hatte mich da auch schonmal informiert... ;)
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Re: Umbau auf "richtige" Stummel!

Beitragvon Scaz0r » 06.07.2015, 10:45

Da hab ich schon was gemacht! ;)

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Das ist Plasti Dip, also Sprühfolie.

Das sprüht man wie normalen Dosenlack und wenn es trocknet ist es wie eine Gummifolie. Gibt also entsprechenden Grip. Hilft gut und kostet einen Bruchteil von den Stormgrips :icon_thumright
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Re: Umbau auf "richtige" Stummel!

Beitragvon Maddin_HH » 06.07.2015, 15:55

Ah okay, hatte nur deine schwarze Verkleidung gesehen und nicht die für die Renne....
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Re: Umbau auf "richtige" Stummel!

Beitragvon Scaz0r » 09.07.2015, 22:20

So, Stummel sind heute angekommen.

Bin gerade nach der Arbeit fix in die Garage um die mal dran zu halten bzw den originalen abzubauen.. Um zu gucken ob die Klemmung wirklich die gleiche Größe hat :roll: Hat sie :D

Jetzt muss ich schnell noch mein Vorlesungsskript durchgehen und gucken ob in meiner Formelsammlung noch was fehlt, morgen um 8 Uhr Getriebetechnik Klausur - und danach direkt in die Werkstatt, Stummel dran bauen 8)

Melde mich dann... Und werde vorher/nacher Fotos machen.
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Re: Umbau auf "richtige" Stummel!

Beitragvon Oppa » 10.07.2015, 14:08

Na, auf das Update bin ich aber mal gespannt, und wenn's klappt auch auf die Sitzposition und Fahrbarkeit... :-k
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Re: Umbau auf "richtige" Stummel!

Beitragvon Scaz0r » 10.07.2015, 16:50

Hab schon gut was geschafft. So ganz fertig ist es noch nicht... deswegen lohnt es leider noch nicht Bilder rein zu stellen. Aber es ist auf jeden Fall total geil! :badgrin:

Werde versuchen nach der Arbeit noch eben alles grob zusammen zu stecken für Vorher/Nacher Fotos und dann bisschen was dazu schreiben.


Fest steht, dass der Rückbau auf Straße, bzw. der Umbau Rennstrecke <-> Straße mit der Maßnahme jetzt wohl endgültig ein ziemlicher Akt ist. Vorher hab ich schon eine ganz schöne Weile dafür gebraucht. Muss mir dies bezüglich noch mal ein bisschen was durch den Kopf gehen lassen... Aber hab ich ja jetzt gleich auf der Arbeit genug Zeit zu.. :? :|

Edit: Ich bin quasi fertig, es gilt nur noch Detailfragen zu klären. Leider streikt der Bildhoster leider gerade wo ich immer alles hoch lade - und alle anderen sind vom Handling her absoluter Mist. :doubt: Ich muss wohl bis morgen warten bis ich euch den Umbau präsentieren kann... :(
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Re: Umbau auf "richtige" Stummel!

Beitragvon Scaz0r » 11.07.2015, 13:21

Soooo.... dann wollen wir mal :D

Also die Stummel haben die selbe Klemmung, also sind für den selben Gabelrohrdurchmesser gebaut. Wäre blöd wenn nicht.

Was ich zu erst gemacht hab war dann die Kanzel ab, Rad raus, Gabelholme runter, Stummel auf den Holm schieben und den Holm wieder nach oben, Schrauben eben handfest angedreht damit der Holm nicht wieder runter rutscht.

Und dann direkt erste Vergleichsfotos:

Die SV Stummel sind auf den Fotos so weit oben wie möglich ( :badgrin: ) montiert, dazu gleich mehr, erstmal der Vergleich mit den ZZR "Stummeln":

Bild
Die der SV sind schonmal ein gutes Stück weiter unten.

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Hier sieht man, dass die Stummel ein wenig mehr nach unten gekröpft sind.

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Hier sieht man, dass die Stummel ein wenig weiter nach hinten gedreht sind. Das lässt sich natürlich frei einstellen, indem man den Stummel löst und dann halt einfach dreht wie man lustig ist (um den Gabelholm herum - der ist ja rund... :D ).
Wieso die allerdings genau so montiert sind wie sie sind, kommt gleich.

Erstmal noch dieses hier:
Bild
Hier sieht man ganz gut die Unterschiede und wie die SV Stummel montiert werden.

So und jetzt etwas ganz praktisches, was ich allerdings zu Beginn als ärgerlich empfunden hatte.
Grundsätzlich erstmal: die ZZR Stummel werden mit zwei Schrauben fest geschraubt. Durch diese zwei Schrauben (und generell die Form der Stummel) wird die Position in allen Freiheitsgraden (3 x Rotation, 3 x Translation) festgelegt. Klar soweit.
Die SV Stummel haben allerdings zwei Freiheitsgrade, die so wie ich sie montiere, nicht festgehalten werden. Das wäre einmal die Translation (den Gabelholm hoch und runter) und einmal die Rotation (um den Gabelholm herum).
Das Problem was sich daraus ergibt ist, dass die beiden Stummel in dem Selben Winkel zur Längsachse des Motorrades verschraubt werden müssen (bzw. sollten weil es sich sonst kacke fährt) - und auch in der selben Höhe.
Oder einfacher ausgedrückt: sie müssen eine exakt gespiegelte Position haben.

Jetzt sieht man hier ganz gut, wie die Stummel und die Gabelbrücke eine Möglichkeit bieten, eine exakt reproduzierbare, identische Position zu erhalten:

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An der Stelle, wo das Teil des Stummels, welches an den Gabelholm geklemmt wird mit dem 22mm Rohr zusammen fällt, ergibt sich eine kleine Nut. Diese ist auf beiden Seiten der Stummel gleich. Ebenfalls auf beiden Seiten gleich ist die Klemmschraube an der Gabelbrücke.
Jetzt konnte ich die Stummel so weit hoch fahren dass se an diese Schraube (bzw. das Materiel des Innengewindes...) stoßen. Dann beim Drehen des Stummels im den Gabelholm so lange die genaue Position suchen, bis die Gabelbrücke genau die obere und die untere "Linie" der Nut berührt.

Keine Ahnung ob man das so nach vollziehen kann, deswegen hier eine Zeichnung:
Bild
Oben Links: Man stelle sich das entsprechende Teil der Gabelbrücke als grünen Kreis vor. Dieser hat einen größeren Durchmesser als die "Kanten" der Nut im Stummel (wichtig). Diese "Kanten" wiederum sind blau.
Oben rechts & Unten links: Die Gabelbrücke stößt jeweils nur an eine der Kanten an.
Unten rechts: So wie es sein soll, die Gabelbrücke stößt an beide Kanten an. Somit ist der Stummel vollständig in seiner Lage im Raum definiert (relativ zu dem Motorrad).

Dann noch schnell Fotos von vorne geschossen.
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Sieht auf jeden Fall schonmal.. anders aus! :badgrin:

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Hier nochmal die Position der beiden Stummel zueinander.

Hier der SV Stummel, einmal ohne, einmal mit Hand:
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Man sieht, ich komme bei vollem Lenkeinschlag an den Tank. Blöd, TÜV kriegt man so nicht. Aber zum Thema TÜV usw später mehr....
Problemlösung ist relativ simpel: Ich werde Lenkwinkel-Begrenzer kaufen und montieren. Deren Nutzen und Funktion erkläre ich allerdings zum Schluss.

Also weiter im Text.

Hier die Stummel in neutraler Stellung, wieder einmal ohne und einmal mit Hand:
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Das kann so nicht bleiben. Ich hatte schon damit gerechnet, und an dieser Stelle wurde es klar: die Kanzel muss ein wenig leichter werden :D

Was man bei der Gelegenheit auch gut sieht ist das Loch im ZZR Stummel, mit welchem die Lenkerarmatur fixiert wird, und die Abwesenheit dieses Loches beim SV Stummel. Bzw. beim SV Stummel gibts die auch, aber "von oben".... Und auf Loch bohren hatte ich kein Bock, ich hab einfach die Nippel in den Lenkerarmaturen weggefeilt :D

Als nächstes habe ich die ZZR Stummel demontiert und damit begonnen, Kupplungshebel und Bremspumpe dran zu bauen. Die Kanzel hatte ich dafür schon wieder demontiert.
Was relativ früh aufgefallen ist, ist dass die Hohlschraube der Bremsleitungen (ich habe zwei Leitungen die direkt von der Bremspumpe zu den Bremszangen laufen, also ohne den Verteiler an der Gabelbrücke) sowie das abgewinkelte Metallrohr, welches den Kupplungszug führt, an den Tacho kommen wenn ich den Lenker einschlage.
Blöd.
Zum einen "eigentlich" kein Problem, weil ich ja eh die Begrenzer für den Lenkwinkel montieren will, zum anderen ist es aber schon blöd, da das Ganze so sehr nach Bastelbude aussieht. (Was es ja im Prinzip auch ist, aber wenigstens ok sollte es aussehen.)

Also dachte ich mit, muss der Tacho weiter nach vorne :D

Dazu zwei Mittel gefunden:
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Diese Gummistücke haben eine umlaufende Nut, welche in den Tachoträger eingelassen werden. Durch die Gummistücke wird der Tacho verschraubt. Ich habe die Gummistücke umgedreht und damit so knapp 5 mm gewonnen!

Hier das Ganze durchgesteckt:
Bild
Ein weiteres Problem war hier noch der Kabelbaum des Tachos. Also der unter der mittleren der drei Tachoschrauben. Der Kabelbaum verläuft eigentlich HINTER dem Halter. Da war aber kein Platz mehr. also musste ich erst die Kabel über den Halter popeln, dann irgendwie den Tacho in die Löcher kriegen. Funktioniert aber so :)

Was mir dann noch aufgefallen ist, waren die beiden Gummiblöcke. Wahrscheinlich zur Vibrationsdämpfung:
Bild
In diesem Bild ist er schon nicht mehr da, da durch das umdrehen der Gummistücke der Platz kleiner geworden ist und die Gummiblöcke so zu dick geworden sind. Ich dachte mir erst, ich lasse sie weg :roll:

Ein weiterer Trick um Platz zu kriegen war dann, den Tachohalter nicht von vorne, sonden von hinten (bzw in Fahrtrichtung andersrum..) zu verschrauben:
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Dadurch, dass im Geweih eine kleine Mutter eingeschweißt ist (damit man ein Gewinde hat..) sind durch die Maßnahme wieder so 5 mm ca dazu gekommen!

Hier der Abstand von Tacho zum Zündschloss:
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Leider hab ich hier keine Vorherbilder, da die Idee spontan kam... Vielleicht kann jemand bei sich nachmessen? SO Pi mal Daumen...

Letztendlich hat mich das mögliche "freie Vibrieren" des Tachos dann doch nervös gemacht. Ich habe einen der Gummiblücke geteilt und in die entsprechenden Stellen geklemmt:
Bild Bild

Den oberen hab ich relativ easy rein bekommen, den unteren musste ich quer einstecken, da ich den Spalt mit einem Schraubenzieher aufhebel musste um das Gummistück rein zu stopfen. Dafür hält es auch 8)


Anschließend folgten ein paar Aufnahmen vom Moped mit Kanzel und den Stummeln:
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Eine deutlich agressivere Stellung der Stummel :badgrin:
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Es sieht so einfach deutlich "sexier" aus... Man sieht aber auch, dass der Kupplungshebel demontiert ist... genauso wie der Bremshebel. Weil: passt nicht :lol:
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Hier eine draufsicht auf den noch unaufgeräumten, neuen Arbeitsplatz:
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Und hier zwei Fotos um die relative Höhe der Stummel zur Sitzbank einzufangen. Täuscht leicht, da das Moped hinten ein wenig höher steht aufgrund des Montageständers:
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Und noch eine Detailaufnahme, weils so schön ist:
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So langsam machte ich mich dann an die Aufgabe, vor der ich mich erstmal gedrückt hatte: Abschneiden!
Erstmal Pappe herangenommen als Schablone:
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Übrigens, wenn man die Pappe zwischen Kanzel und Seitenverkleidung abschneiden will und sich denkt "die Spitze der Klinge wird schon durch den Spalt zwischen den beiden Teilen geführt..." - und dann mit Schmackes das Teppichmesser durchzieht, dann sieht das so aus:
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Da mir Optik eher sekundär ist und ich sowieso plane, im Winter 2-3 Sprühdosen zu holen und alles in einer einheitlichen Farbe zu duschen, kein Problem... (Spachtelmasse werde ich dann auch besorgen #-o ).

Der erste Entwurf war geboren:
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ich wollte die Linienführung der Kanzel möglichst aufgreifen und weiterführen. So habe ich versucht, Krümmungsstetig an dem Radius vorne anzuschließen und dann fließend nach hinten wieder in die originale Form zu finden. Dabei dann möglichst viel Material stehen lassen, damit die Verschraubungen noch einen Sinn haben.

Vom Schneiden selbst habe ich keine Fotos, auch von der Anschließenden Anprobe nicht, leider, nur dieses, kurz vor dem kritischsten Punkt:
Bild


Zuletzt hab ich Mutti noch an die Garage bestellt, um Fotos von der Sitzposition zu machen. Jetzt kommt also der wohl interessanteste Part :D

Ich habe jeweils zwei Positionen fotografieren lassen:
  • Normales draufsitzen
  • Gebückte Haltung

Und das ganze einmal von der Seite sowie schräg von vorne/hinten, insgesamt also 12 Fotos. (Einmal mit ZZR Stummeln, einmal mit SV Stummeln).

Hier die Ergebnisse, zum Vergleich:

Schräg vorne, ZZR vs. SV:
Bild Bild

Schräg hinten, ZZR vs. SV:
Bild Bild

Und das aussagekräftigste zu Ende:
Von der Seite, ZZR vs. SV:
Bild Bild

Und in gebückter Haltung:
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Die letzten beiden Bilder möchte ich auch Nutzen, um zu erklären was die wesentlichen Unterschiede sind, warum der Umbau so geil ist und was es bringt.

Auf der Rennstrecke sind die geraden Stücke diejenigen, in denen man sich erholen kann (ja, wirklich!). Man muss nichts machen außer sich möglichst klein zusammenfalten (möglichst kleiner Luftwinderstand) und das Gas auf zu halten.
Hingegen in der Kurvenfahrt muss man ziemlich auf dem Motorrad herum turnen, damit man auch möglichst schnell durch kommt.

Erwartet hätte ich, dass sich der Winkel des Ellenbogen stark ändern wird. Tatsächlich ist dieser nahezu gleich geblieben.
Was sich aber dramatisch verändert hat, ist die Haltung der Schultern.
Auf dem Bild mit den ZZR Stummeln sieht man deutlich, wie ich die Schultern quasi hoch ziehen muss! Auch zu erkennen an dem Falten werfenden T-Shirt.
Hingegen bei den SV Stummeln hängen die Schultern und damit die Arme viel weiter unten - das T-Shirt spannt sich.
Bei Geradeausfahrt musste ich in Vergangenheit also die Schultern anheben um mich mit dem Torso weiter runter bücken zu können. Habe ich so nicht bemerkt, aber beim Sichten der Bilder bestätigt sich eigentlich das Fahrgefühl, dass mich so unendlich gestört hat.

Was man auch sehr gut sieht, wenn man auf den Zoom klickt, und zwar am Bauch. Mit den ZZR Stummeln war das T-Shirt da noch auf Spannung, mit den SV Stummeln wirft es Falten. Warum? Weil es aufliegt! Bzw mein Bauch. Ich kann mich endlich vernünftig auf dem Tank abstützen bzw mich drauf legen.
Was ich nicht fotografiert habe war, als ich mal die Position in der Kurvenfahrt ausprobiert hab.. Dadurch dass die Hand weiter unten ist, liegt der Arm jetzt bei der Kurvenfahrt auf dem Tank auf, so wie es sein soll.
Mit dem Oberkörper geht man ja runter und ins Innere der Kurve, sodass der kurvenäußere Arm gestreckt wird. Wenn sich dieser am Tank ablegen kann kann man den Lenker vieeeeel lockerer halten, sodass viel mehr Ruhe in die Kurvenfahrt kommt.

Hier sind noch die Fotos im gebückten Zustand, schräg vorne und hinten:

Jetzt sind noch Kleinigkeiten zu erledigen.

Zum einen werde ich noch ein wenig von der Kanzel abschneiden. Da auf der rechten Seite allerdings schon das Thermostat, bzw der Einfüllstutzen für das Kühlwasser empor ragt, ist da nicht mehr allzu viel rauszuholen.

Das Problem mit dem Anschlagen des Lenkers bzw der Hebel an den Tacho wollte ich dadurch lösen, dass ich den Tacho zersäge.
Kühlmitteltemperatur brauche ich nicht, wenn der Tank leer ist, merke ich das schon rechtzeitig, bzw. Tanke relativ früh nach.
Glücklicherweise kriege ich von lotti2008 einen DZM. Dazu dann noch eine Lampe für Neutral und eine für den Öldruck und fertig. Da werde ich mir dann also eine zentrale Anzeige basteln - dann ist das Thema auch Geschichte!

Zum Anschlagen der Finger an den Tank:
Das hier sind die Lenkwinkelbegrenzer:
Bild
Fotografiert an der GSX-R von meinem Kollegen mit dem ich immer zur Renne fahre. Man schaut von oben nach unten, den linken Gabelholm entlang.
Der Begrenzer selbst ist ein rundes Gummiteil, welches an einer Stelle abgeflacht wurde. Befestigt wird es mit einem "X-förmigen" Teil, welches auf einer Seite den Radius des Gleitrohres hat, auf der anderen Seite den Radius des Gummiteils. Fixiert wird die Konstruktion mittels Kabelbinder.

Warum macht man sowas jetzt??

Ganz einfach. Man stelle sich folgende Situation vor: Während der Kurvenfahrt verliert das Vorderrad Grip, warum auch immer. Es kommt zu einem Lowsider. Das Motorrad rutscht mit dem Vorderrad voran in Richtung Kies. Dadurch, dass der Reifen ganz gut haftet, wird der Lenker in die entsprechende Richtung gerissen. Wenn das Motorrad jetzt auf den Kies kommt, wirkt das extrem quer stehende Vorderrad jetzt wie ein Spaten: es bohrt sich in den Kies ein, und dadurch kommt es zu einem extremen Aufstellmoment, das Motorrad fliegt also nochmal in hohen Bogen um das im Boden steckende Vorderrad in die Luft. Das beim Aufprall erhebliche Schäden entstehen kann sich jeder vorstellen.
Die Begrenzer machen schon was der Name vermuten lässt. Dadurch, dass der Lenkwinkel begrenzt wird, steht das Rad nicht mehr so weit aus der projezierten Fläche heraus, also kann nicht mehr einen so großen Hebel verursachen und rutscht einfach weiter übers Kies.
Da man auf der Rennstrecke sowieso nur kleine Lenkimpulse braucht, stört der verkleinerte Lenkwinkel nicht. Lediglich beim rangieren (ein- und ausladen) könnte das stören. Aber ich baue mir kein Moped fürs Rangieren auf....

Dann wäre da noch die Sache mit dem TÜV bzw. der Straßentauglichkeit des Ganzen...

Zum einen muss die Kanzel beschnitten werden. Zum anderen muss der Tacho beschnitten/getauscht werden. Dann kommen die Finger an den Tank, sodass die nützlichen Begrenzer auch eine tatsächliche Funktion erfüllen.
Das Ganze zusammen würde nochmal zusätzlich zum Umbau Rennstrecke <-> Straße hinzu kommen.

(Zusätzlich wird sich mein Kollege Ersatz für seine Bremspumpe holen, sodass ich dann günstig an eine radiale Bremspumpe einer GSX-R L1 kommen würde 8) ).

Alles zusammen - und nach gründlicher Überlegung - bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die ZZR wohl nur noch auf der Rennstrecke bewegt wird. :?

Die Sache ist einfach die, dass wenn ich mit ein und dem selben Motorrad vorher auf der Rennstrecke eine ganz andere Dimension von Motorrad fahren erlebt habe, die anschließenden Fahrten auf der Landstraße einfach sprichwörtlich langweilig sind. Es ist einfach mega öde. Es macht keinen Spaß mehr.
Geschwindigkeitsbegrenzungen, StVO, Polizei, (Gegen-)Verkehr, Fahrbahnmarkierungen, Leitplanken, Schlaglöcher... ich hatte es ja schon mal angesprochen. Ich denke nicht, dass ich das Motorrad fahren auf der Landstraße gänzlich aufgeben kann. Allerdings denke ich auch nicht, dass ich mit einem sportlichen Motorrad auf eben der Landstraße glücklich werden kann.
Spöttische Stimmen mögen behaupten, die ZZR ist ja garkein "richtiges" Sportmoped. Aber spöttische Stimmen lade ich gerne ein, mit auf den Hockenheimring, Nürburgring oder sonst wo zu kommen und dann hergebrannt zu werden.

Ich vermisse auch ein wenig "das Erleben" der Fahrt mit dem Motorrad. Ich denke, etwas langsames, am besten mit Kardan wegen der Wartungsfreundlichkeit, wäre perfekt für den Alltag. Koffer dran, dann kann ich diese wie das Staufach eines Rollers nutzen (Helm und Jacke rein..) und wieviele Ecken der Hinterreifen bekommt wäre mir dann auch pupsegal.

Ich beschäftige mich schon länger mit dieser Entscheidung. Was mich bisher (und auch weiterhin) daran gehindert hat war z.B. das Harztreffen was ich - obwohl ich erst zwei Mal da war - total cool finde. Letztendlich wollte ich aber nicht wegen eines einmal stattfindenden Treffens weiter in meiner selber kreierten kleinen Hölle weiter leben. Vielleicht wird das Harztreffen ja Markenoffen gehalten, sodass auch frühere Mitglieder bei Bedarf erscheinen können (was ja 2014 der Fall war und es kamen tatsächlich welche - und ein Ausflug in den Harz ist auch nicht "mal eben so") aber die Diskussion will ich hier nicht anreißen ;)

Fakt ist, mir brennt es unter den Fingernägeln. Bei meiner aktuellen - sehr stumpfen - Tätigkeit bei DHL hab ich 5 mal die Woche 4 Stunden Zeit, mir Gedanken zu machen - und ich habe schon einiges, was ich an der ZZR eventuell Ändern will. Vor allem gefällt mir an den ganzen möglichen Änderungen, dass der TÜV dazu genau nichts zu sagen hat :D :D

Um hier mal Schluss zu machen mit dem Trübsal blasen. Ich werde wohl mal einen neuen Umbauthread eröffnen. "Umbau der ZZR zum Racebike" :badgrin: :laughing7 :headbang


Fragen und Anregungen zum Umbau auf die SV-Stummel sind hier willkommen ;)
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Re: Umbau auf "richtige" Stummel!

Beitragvon Zauberer » 12.07.2015, 14:01

Was für eine Arbeit. Arbeit mit der Umbau und der ganzen Probierei, der Problemlösungen und Anpassungen. Und nicht zuletzt mit der Dokumentation. =D>

Ich denke, du wirst berichten ob die Theorie auch in der Praxis bestätigt wird. Ein Rückbau auf die Straße erscheint mir jetzt so langsam nicht mehr machbar. Somit kannst du auch weiter gehen und Gewichtsoptimierung betreiben. Es gibt viele Dinge, die weg oder reduziert werden können.

Ich bin gespannt, wie es weiter geht
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Re: Umbau auf "richtige" Stummel!

Beitragvon zwille » 19.07.2015, 12:12

Moin Scaz0r,

darf ich fragen, welche Körpergröße du hast und wie lang deine Arme sind?

Um einen Eindruck der veränderten Ergonomie zu bekommen, wäre das sehr hilfreich. Zumal du ja auch andere Rasten verbaut hast, die sich auf den Kniewinkel auswirken und jetzt im Rahmen des Umbaus für die Renne eventuell auch an der Sitzhöhe noch etwas ändern könntest, wenn du nicht die klassische Sitzbank nutzt.

Vielen Dank.
Beste Grüße mit Links.
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Re: Umbau auf "richtige" Stummel!

Beitragvon Oppa » 22.07.2015, 22:20

joa, da sägst Du aber ganz schön an der armen Zette rum. Und wenn Du 'n Tourenmoped suchst, nur mal so als Überlegung: die Preise für die Zette sind so dolle nicht mehr und dann hättest Du auch immer die Möglichkeit, Teile zu tauschen, falls an der einen Fuhre mal was kaputt ginge... ;) Aber einen hergebrannt bekommen... :-k huch, das juckt jetzt aber richtig! :badgrin:
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