Hilfe beim Gabelöl Wechsel

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strandmicha
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Hilfe beim Gabelöl Wechsel

Beitragvon strandmicha » 09.08.2018, 12:48

Hallo zusammen,

Einige wissen es ja schon, dass ich gerade das gabelöl wechsle.
Welches gabelöl nehmt ihr? Louis sagte mir was von einem 20er Öl wäre Standard für eine 94er zzr 600e.
Kommt mir bisschen hoch vor. Eigentlich hatte ich was von 10 im Kopf....

Hat jemand eine Anleitung für die Montage? Im Forum finde ich auch nix mehr.
Im Werkstatthandbuch steht drin, dass das luftpolster 14cm betragen soll ohne Feder im voll eingefederten Zustand. Kommt das hin? So viel? Oder soll ich lieber nach der ml Angabe gehen? Habe die Gabel komplett entleert über Nacht.
Nur noch eine Frage: im Rohr war die Feder, eine Unterlegscheibe und die gleitrohre. Wo muss die u-scheibe hin? Zuerst die federn oder zu erst die u-scheibe?
Hatte bei der Demontage nicht genau aufgepasst
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Yogi58
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Re: Hilfe beim Gabelöl Wechsel

Beitragvon Yogi58 » 09.08.2018, 21:23

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Re: Hilfe beim Gabelöl Wechsel

Beitragvon ukofumo » 10.08.2018, 01:01

zuerst kommt die Feder rein - dann die U-Scheibe - dann die Hülse.
die Zeichnung dazu solltest aber auch im WHB wieder finden.

Was fürn WHB hast du? meins sagt mir für die Gabeln OHNE Versteller: 98mm Luftpolster.
Füllmenge 505ml bei komplett trockener Gabel / bzw, beim Ölwechsel werden nur 429ml gebraucht.
Die Füllmengen dienen aber nur der groben Orientierung - letztendlich ist die Füllhöhe bestimmend.
Das Luftpolster MUSS in beiden Holmen absolut gleich sein.

Mein WHB sagt Viskosität: 10W

Die Louis-Datenbank sagt übrigens 15W, wie der Mitarbeiter in deiner Filiale auf 20er kommt, ist mir ein Rätsel
(können die ihre eigene Datenbank nicht richtig lesen?)

und Anleitung hatte Zauberer doch mal was gemacht:
viewtopic.php?f=37&t=2388
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Re: Hilfe beim Gabelöl Wechsel

Beitragvon strandmicha » 10.08.2018, 12:29

Yogi, kann die Seite nicht öffnen. Sagt immer timeout und danach Weiterleitung zur Startseite.

Ukofumo

Danke für deine Antwort. Habe kein whb. Hat mir ein anderes Forumsmitglied aus seinem abfotografiert.
Danke für die 98 mm. Dann sind die 140 wohl nur bei den verstellbaren Gabeln.

Nein mein Fehler. Der Louis MA sagte mir auch 15. Ich bin dann auf eine Stufe härter auf 20 gewechselt.
505ml :shock: na da bin ich gespannt wie weit ich unter den 98mm bleibe. Da ich mich nur nach den 429ml gehalten hatte... Der Louis MA sagte glaube ich was von 450 oder so bei trockener Gabel. Darum nahm ich nur 2x500ml mit.
Na mal schauen..
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Re: Hilfe beim Gabelöl Wechsel

Beitragvon ukofumo » 10.08.2018, 16:09

der Vollständigkeit halber:
bei den Gabeln MIT Versteller (ab BJ.95) sind's lt. WHB 112mm Luftpolster
Füllmenge bei komplett trockener Gabel: 477ml
Füllmenge beim Wechsel ca.: 405ml
Viskosität ebenfalls: 10W

Für die D-Modelle: (BJ 90-92) lt. WHB: 140mm Luftposter
Füllmenge bei komplett trockener Gabel: 452ml
Füllmenge beim Wechsel ca.: 384ml
Viskosität ebenfalls: 10W

Wichtiger Hinweis: bei Zubehöhr-Gabelfedern (Wilbers / Wirth etc.) können durchaus andere Luftpolster/Füllmengen gelten!!!
Wer Zubehör-Federn in der Gabel verbaut hat sollte hier unbedingt die Empfehlung des Federn-Herstellers befolgen!!!
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Re: Hilfe beim Gabelöl Wechsel

Beitragvon oxtorner » 10.08.2018, 19:03

Hi,
einige Worte zur Gabel bei der ZZR: Das Öl selbst dient in der Gabel ausschliesslich zur Dämpfung. Die Ölmenge allerdings ist Bestandteil der Federung.

Das Öl fliesst beim Federn durch Bohrungen in der Dämpferstange und setzt der Federung Widerstand entgegen. Und zwar über den ganzen Federweg gleichmäßg stark. Wie stark diese Dämpfung ist, hängt von der Viskosität ab. Die meist (WHB, Haynes, Bucheli) vorgeschlagene Viskosität von 10 ist, wie sollte es auch anders sein, ein Kompromis! Und funktioniert nur so ungefähr. Gerade eben ist die Aussentemperatur von ca. 35°C auf 24° C gefallen und bei engagierter Fahrweise auf schlechter Fahrbahn ist die Dämpfung praktisch nicht vorhanden. 10W ist also zu dünnflüssig. Jedenfalls bei mir, 12,5 oder 15 wären jetzt eher angebracht. Wer wechselt schon das Gabelöl entsprechend der Aussentemperatur? Im Winter allerdings, so ab etwa 0° C muß man wechseln! Dann ist Viskosität 10 so zähflüssig, dass die Dämpfung so stark ist, dass keine Federung mehr vorhanden ist. Es dauert, bis das Öl wärmer wird und sowohl Federung wie Dämpfung einigermassen funktionieren. Genauso für die schnelle Runde auf der Hausstrecke! Wenn die Federung gefordert ist, wird das Dämpferöl heiss und die Viskosität sinkt, das Öl wird also dünnflüssiger.

Man kann durchaus mit der Ölviskosität experimentieren. Öle der gleichen Herstellers lassen sich mischen, die gleiche Menge 10 und 20 gibt 15. Viskositäten gibt es von O bis 30, aber Vorsicht: Oft wird von SAE X geschrieben und so steht es auch oft auf den Öldosen. Das ist falsch! SAE Öle sind Motor- und Getriebeöle und ich bin immer skeptisch, wenn schon auf der Dose etwas offensichtlich falsches steht. Die Viskosität von Gabelölen wird in Centistroke gemessen und 10C ist etwa anderes als SAE10. Es ist allerdings relativ egal, was für eine Art Öl man nimmt, man könnte Motoröl verwenden. Wenn es aber irgend geht, dann sollte es Gabelöl sein, denn hier fehlen die Additive, die Motoröl eben zu Motoröl machen.

Die Ölmenge im Holm ist für die Dämpfung unwichtig, solange die unteren Bohrungen der Dämpferstange voll ausgefedert noch im Öl steht. Tatsächlich ist erheblich mehr Öl im Holm als für die Dämpfung nötig ist. Mit der größeren Ölmenge wird die Federung beeinflußt. Beim Einfedern wird die Luft im oberen Holm komprimiert. Die Gaskompression ist stark progressiv. Dabei wird bei einer linearen Federrate eine progressive Komponente hinzugefügt. Mit der vorhandenen Luftmenge kann man also die Federrate beeinflussen, zumindest innerhalb gewisser Grenzen, nämlich bis ca. 10%. Vergrössert man die Luftmenge, füllt also weniger Öl ein, nimmt die Federrate ab, die Federung wird weicher. Umgekehrt wird die Federung härter. Halbe Hemden wie ich können mit dem Luftraum über dem Öl manchmal den Tausch der Federn sparen. Kommt eben darauf an, wieviel weicher die Federung sein soll.

Die Ölmenge, die in den Werkstattbüchern steht, ist nur ein Anhaltspunkt. Entscheidend ist das Abmessen des Abstandes zwischen Öloberfläche und Oberkante Gabelholm! Und man misst das ohne Feder. Wenn man nicht die Gabel komplett demontiert und gereinigt hat, passt meist sehr viel weniger Öl in einen Holm als erwartet. Deshalb erstmal zwei Drittel der möglichen Ölmenge einfüllen und messen. Und sich dann dem gewünschten Ölstand annähern. Hat man zuviel eingefüllt, beschafft man sich eine Einwegspritze aus der Apotheke und Aquariumschlauch vom Baumarkt. Damit kann man das zuviel eingefüllte Öl leicht absaugen. Der Ölstand in beiden Holmen muß unbedingt auf den Milimeter gleich sein, sonst ist die Federrate ungleich und die Gabel verkantet beim Fahren. Dann funktioniert das System Federung/Dämpfung des Systems Vorderradgabel ungenau und der Verschleiss erhöht sich. Axo: Beim Befüllen des Holmes hält man den Holm senkrecht, sonst ist der Meßwert für die Luftmenge falsch.

Hth
oxtorner
Nenn mich nicht Biker, ich habe Dir nichts getan!

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Re: Hilfe beim Gabelöl Wechsel

Beitragvon strandmicha » 10.08.2018, 20:26

Vielen lieben Dank für die zahlreiche Hilfen.
Gabelöl ist erfolgreich gewechselt und die Gabel wieder montiert. Sonntag gibt's dann die Probefahrt. Ich bin gespannt ob die gewünschte Wirkung einstellen wird.

Prost Männers :occasion14
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Re: Hilfe beim Gabelöl Wechsel

Beitragvon Yogi58 » 11.08.2018, 20:25

strandmicha hat geschrieben:Yogi, kann die Seite nicht öffnen. Sagt immer timeout und danach Weiterleitung zur Startseite

Auf der Startseite http://parts.kawasaki.eu/kepcc/kepcc?ALIAS=99252 Fahrgestellnummer eingeben, oder über Baujahr/Farbe das passende Modell aussuchen. Dann findet man zu allen Baugruppen die entsprechenden Zeichnungen und Teilenummern. Hilft auch bei anderen Problemen, wenn man vorher wissen will was einem da so entgegen kommt.
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Re: Hilfe beim Gabelöl Wechsel

Beitragvon Zauberer » 12.08.2018, 17:40

strandmicha hat geschrieben:
Hat jemand eine Anleitung für die Montage? Im Forum finde ich auch nix mehr.

Ach ... wo hast du denn nur gesucht? :roll:

Gibt es in den Tutorien .... Gabelöl- und Federn Wechsel
der Zauberer
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Re: Hilfe beim Gabelöl Wechsel

Beitragvon strandmicha » 13.08.2018, 19:19

Aber eben nur für einstellbare Gabeln ....
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Re: Hilfe beim Gabelöl Wechsel

Beitragvon Zauberer » 14.08.2018, 08:01

strandmicha hat geschrieben:Aber eben nur für einstellbare Gabeln ....

Dann hoffe ich doch mal, dass du die passenden Bilder gemacht hast und ich kann mit deiner Unterstützung das Tutorium erweitern.

@oxtorner
Ich habe deine gute Erklärung zum Öl mit ins Tutorium genommen.
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Re: Hilfe beim Gabelöl Wechsel

Beitragvon ZiemlichZügigerRacer » 14.08.2018, 18:14

oxtorner hat geschrieben:Das Öl fliesst beim Federn durch Bohrungen in der Dämpferstange und setzt der Federung Widerstand entgegen. Und zwar über den ganzen Federweg gleichmäßg stark. Wie stark diese Dämpfung ist, hängt von der Viskosität ab.


Die Dämpfung ist über den ganzen Federweg nicht konstant weil sie proportional zur Geschwindigkeit verläuft und die Geschwindigkeit durch die Dämpfung geringer wird.

Feder: Kraft proportional zum Weg
Dämpfer: Kraft proportional zur Geschwindigkeit

Deshalb funktionieren die Lenkungsdämpfer auch so gut. Bei schnellen Bewegungen ist die Dämpfungskraft sehr groß. Bei langsamen Bewegungen kann man den Lenker noch gut bewegen


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