werkstofftechnische Frage - Lötzinn auf "Alu"

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dr.gonzo
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werkstofftechnische Frage - Lötzinn auf "Alu"

Beitragvon dr.gonzo » 07.08.2015, 16:46

Mein LiMa Deckel sifft. (ja, der auch)
hatte die dichtung schonmal getauscht, dabei sind mir "Löcher" außen aufgefallen (s. Bild).

http://i.imgur.com/KS2t4oz.jpg

Die Dichtung ists nicht, es kommt aus den löchern (1 tropfen am tag). von innen sieht der deckel an der stelle ähnlich aus. hatte damals in der not einfach dirko-dichtmasse reingeschmiert, half nix.
jetz hab ich noch folgende ideen: (reihenfolge mit ansteigendem verbundenem aufwand)
1. lötzinn
2. kaltmetall (vorher mit bremsenreiniger fluten)
3. aluschweißen (punkten)
da ein schlauer kopf mir erzählt hat, das die aludeckel (natürlich 8-[ ) aus alulegierung sind, bringt punkten wohl aunit so viel...
was sagt ihr? danke :)
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Re: werkstofftechnische Frage - Lötzinn auf "Alu"

Beitragvon Oppa » 07.08.2015, 18:32

Ähem, da gab's doch schon mal 'ne Schweißlösung, die auch von außen schön beigearbeitet war. Von Matrix ? Kannst ja mal per PN bei Ihm anfragen. Ist schon ein paar Tage her. Alu ist aber eigentlich immer 'ne Legierung, fragt sich nur, ob diese "schweißbar" ist oder nicht (na ja, ist ja wohl eher so 'ne Art Hartlöten). Problem bei Alu ist immer, dass zwischen "schweißbarem" Temperaturbereich und Verflüssigung nur wenige Grad Spielraum sind. Wobei es (Reibe)Lote gibt, die bei einer Vielzahl von Legierungen gut funktionieren sollen. Wäre also günstig, die Zusammenstzung zu kennen.
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Re: werkstofftechnische Frage - Lötzinn auf "Alu"

Beitragvon Matrix » 07.08.2015, 19:43

viewtopic.php?f=12&t=12008

Schau mal hier, vielleicht hilft es dir!
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Re: werkstofftechnische Frage - Lötzinn auf "Alu"

Beitragvon dr.gonzo » 08.08.2015, 10:10

super beitrag! danke. ich würds gern mit dem alulot ausprobieren.
sehe da aber noch eine schwierigkeit.
von innen kann ich den deckel nicht vorbereiten, mein riss/löcher sind nah an einer kante. wenn ichs richtig verstanden habe, wirds schwer, dass das lot in die unbearbeitete stelle rein geht, da es nicht kapilar reingesaugt wird. matrix hat innen ja auch mit kaltmetall gearbeitet.
doch wenn ich den deckel nur außen bearbeite, wie bekomm ich dann mein orifarbton wieder hin? - möcht den nicht lacken, das sähe mist aus bei mir. der ist ja iwie beschichtet. und nachm feilen so lassen :-k is blöd.
danke für eure tips!

edit: hab wegen der Innenbearbeitung auch mal bei dem guten Lotverkäufer nachgefragt (in Progress)
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Re: werkstofftechnische Frage - Lötzinn auf "Alu"

Beitragvon dr.gonzo » 17.08.2015, 13:35

der meister ist noch in urlaub, bis nächsten montag, hat aber höfliche vertretung.
ich denk ich werd den deckel jetzt beidseitig großzügig mit kaltmetall fixen, machen wohl viele erfolgreich so, aussehen nebensache.
hab schon gelesen auf hoch-temperaturbeständigkeit zu achten. außerdem sei das dünnflüssige das haltbarere (?)
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Re: werkstofftechnische Frage - Lötzinn auf "Alu"

Beitragvon Matrix » 17.08.2015, 14:35

Wenn du das nur mit Kaltmetal machen willst, dann bearbeite die Stellen mit einer GROBEN Feile, damit sich das Material fest beißen kann. Ruhig etwas tiefere Furchen rein ziehen und auf absolute Fettfreiheit achten!
Lass die Sache 2 Tage richtig durchhärten, dann kannst du es schön verschleifen.
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Re: werkstofftechnische Frage - Lötzinn auf "Alu"

Beitragvon Oppa » 17.08.2015, 22:58

Na ja "Hochtemperatur" :roll: Wie heiß wird das Öl? Viel heißer kann der Deckel auch nicht werden. Und "Hochtemperatur" fängt bei Metallen wohl jenseits davon an. Eine gewisse Temperaturbeständigkeit sollte schon vorhanden sein, wichtiger ist aber wohl, dass wechselnde Temperaturen und Temperaturdifferenzen (außen/innen) aufgenommen werden können. Das Material sollte also ein ähnliches physikalisches Verhalten im vorhanden Temperaturspektrum aufweisen.
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Re: werkstofftechnische Frage - Lötzinn auf "Alu"

Beitragvon dr.gonzo » 18.08.2015, 07:52

selbst wenn ich wüsste, woraus der deckel und das kaltmetall genau bestehen, könnt ich keine aussage darüber treffen, welcher differenz-wärmeasdehnungskoeffizient wie viele ausdehnungsspiele aushält. großen einfluss macht da auch noch, wie stark das überhaupt gegriffen hat das zeusch. sprich: probieren über studieren :-k

@Matrix: deinen hatteste auch von innen beschmiert - ohne vorbereitung oder?? da kommt man schlecht dran zum feilen. evtl mach ichs mim dremel. du hattes den bisher noch nicht drauf bzgl. dichtigkeit gell?
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Re: werkstofftechnische Frage - Lötzinn auf "Alu"

Beitragvon dr.gonzo » 25.08.2015, 11:46

hier meine kleine geschichte, wie ich den deckel gefixt hab (sollte evtl unter nem anderen topic stehen, dass man es wiederfindet??)

zustand vorher, bei 1-2 tropfen ölverlust am tag
http://i.imgur.com/MOcyUiz.jpg
http://i.imgur.com/3fYcZ8a.jpg

dann vorbereitet, außen miter feile (ohne bild), innen mit dremel (sieht man schlecht wg spiegelndem metall, riss mit pfeil markiert)
http://i.imgur.com/beMz11q.jpg

dann das knetmetall ausm baumarkt drauf. da stand NIRGENS dabei, dass mann das zeug durchkneten soll! weil mittig die zweite komponente sitzt, dass es reagiert (fast schief gelaufen... :) ) mit handschuh konnt man das optimal dünn aber füllen auftragen.
http://i.imgur.com/z85BCT3.jpg
http://i.imgur.com/HIzI4g6.jpg

dann außen glatt gefeilt, innen etwas weggedremelt.
http://i.imgur.com/MRx7p6l.jpg
http://i.imgur.com/ApE08Fc.jpg

leg meine hand dafür ins feuer, dasses dicht ist. dauerfestigkeit wird sich zeigen.
ABER: nachdem ich alles zusammen hatte, ging der starter ultra schwer, die karre nit an. ich glaub, meine nachbearbeitung innen war nicht gründlich genug :( sodass der rotor schleift am kaltmetall. habs wieder auf und muss nachbearbeiten. dachte nicht, dass das so kurz auf knapp sitzt, mist... die pappdichtung ist natürlich hinüber...

FRAGE: kann man so ne pappdichtung deckelseitig bisi einölen, damit die nach zusammenschrauben nur am motor kleben bleibt und man die wiederverwenden kann? reinige vorher die dichtflächen sonst immer mit bremsenreiniger. oder dichtet die dann nichtmehr?
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Re: werkstofftechnische Frage - Lötzinn auf "Alu"

Beitragvon Zauberer » 25.08.2015, 13:07

dr.gonzo hat geschrieben:ABER: nachdem ich alles zusammen hatte, ging der starter ultra schwer, die karre nit an. ich glaub, meine nachbearbeitung innen war nicht gründlich genug :( sodass der rotor schleift am kaltmetall. habs wieder auf und muss nachbearbeiten. dachte nicht, dass das so kurz auf knapp sitzt, mist... die pappdichtung ist natürlich hinüber...
kenne ich auch von einem geflickten Deckel. Da hat sich nichts mehr bewegt. Das ist also verdammt eng (muss es ja auch für die Induktion)
FRAGE: kann man so ne pappdichtung deckelseitig bisi einölen, damit die nach zusammenschrauben nur am motor kleben bleibt und man die wiederverwenden kann? reinige vorher die dichtflächen sonst immer mit bremsenreiniger. oder dichtet die dann nichtmehr?

Ich "klebe" die Dichtung auch immer mit ein bisschen Öl auf das Gehäuse. Sonst wirst du ja irre, wenn der Kram immer wieder verrutscht.
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Re: werkstofftechnische Frage - Lötzinn auf "Alu"

Beitragvon dr.gonzo » 25.08.2015, 18:22

hätt ich mir denken können mit dem platz, keiner hat was zu verschenken. ne zwischen magnet und deckel ist nicht viel induktion, dennoch kein platz [-( hab nachbearbeitet - viel nachbearbeitet. nachm 2ten versuch drehts besser als vorher! wirklich wahr :) der riss kam beim fräsen wieder zum vorschein - natürlich verschlossen mit knete. hätt mir die arbeit innen wohl ganz sparen können...
jetzt hoff ich auf ne dichtung und das beste. mit dem öl mach ich ab jetz auch so, danke!

EDIT: SO! sie ist nichtmehr inkontinent... zumindest links. günstigste athena dichtung aus der bucht ist empfehlenswert. kurzzeitig hatte sich die wasserpumpe gemeldet, tropfen aus dem berühmten lock - und ich wollt den schraubenschlüssel schon an den nagel hängen. aber jetzt ists tutti :D denke, dass das wohl mit dem öldruck zu tun hatte. in der wapu treffen sich ja öl- und wasserdichtung. und als der deckel unverdichtet drauf war hat der anlasser auch gedreht wie sau. denke weil die ölpumpe weniger arbeit hatte. (o.Ä.)

deckel mit schleifspuren des Rotors innen (pfeil)
http://i.imgur.com/g59AkL4.jpg

deckel endgültig
http://i.imgur.com/zlMNj0j.jpg
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Re: werkstofftechnische Frage - Lötzinn auf "Alu"

Beitragvon dr.gonzo » 11.09.2015, 21:16

800km --> (höchstwahrscheinlich) Dauerfest 8)
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Re: werkstofftechnische Frage - Lötzinn auf "Alu"

Beitragvon Driver » 11.09.2015, 21:37

Habe auch einen kleinen riss.
Habe mir mal von Weicon das Plastik Stahl organisiert wo in der Industrie Getriebe gehäuse große Löcher zugemacht werden.
Mal schauen wie das zeug ist,kostet schließlich 130€
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Re: werkstofftechnische Frage - Lötzinn auf "Alu"

Beitragvon Oppa » 19.09.2015, 11:46

na, dann hast Du das hoffentlich günstiger bekommen, denn für so viel Asche 'nen Versuch zu starten... was kostet der Original-Deckel? :-k
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Re: werkstofftechnische Frage - Lötzinn auf "Alu"

Beitragvon Driver » 19.09.2015, 12:37

Sorry vergaß zu schreiben das ich es zum Testen und weiterreichen bekommen habe.
Hat also nichts gekostet.
Wen es nicht funktionieren sollte ist es die 130€ nicht wert, das wollte ich eigentlich damit sagen.
Sorry Opa; -)
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Re: werkstofftechnische Frage - Lötzinn auf "Alu"

Beitragvon Schleifi » 19.09.2015, 17:11

Wenn es nicht funktioniert, ist es auch keine 2 Euro wert :roll:
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Re: werkstofftechnische Frage - Lötzinn auf "Alu"

Beitragvon Driver » 19.09.2015, 20:00

Da Stimme ich dir voll zu.
Ich habe es mal angefordert bei unserem Lieferanten, der verkauft das.
Und bevor wir es in unserem Sortiment aufnehmen, wollen wir es natürlich Testen.Bietet sich gerade an weil ich sehr wahrscheinlich den haarriss im motorblock habe,und der motor gerade mal erst 9000 km auf dem buckel hat.
Wen es funktioniert gebe ich gerne das zeug weiter sowie Der nächste es weiter geben kann bis es leer ist.

Gruß
Driver
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