Kupferpaste frißt alles an ?!?!

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Kawakitschi
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Kupferpaste frißt alles an ?!?!

Beitragvon Kawakitschi » 15.08.2006, 21:02

Hallo!
Ich habe in meiner Lehrzeit (Kfz-Mechaniker) gelernt, daß man Schrauben und Gewinde, wie das Kerzengewinde, mit Kupferpaste einschmiert, damit sich die Schrauben wieder schön lösen lassen. Frage an die Chemiker: Kupfer ist das edelste Metall in der Schraubverbindung. Trägt das Kupfer nicht zur verstärkten Korrosion bei? In irgendeinem Forum stand: Wenn du Kupferpaste in das Kerzengewinde tust (Alu-Kopf) und drehst eine Zündkerze rein (Stahl), werden die Gewindegänge immer mehr angefressen, bis die Kerze leer durchdreht (War bei meiner GPZ 750 so).
Ist da was dran?
:?

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Roadrunner
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Beitragvon Roadrunner » 16.08.2006, 09:58

Zumindest wird durch das Schmieren das Drehmoment verfälscht ! Das Kupferpaste das Material Angreift ...... kann ich mir nicht vorstellen ! Eigentlich macht man es drauf um eben eine Korrosion zu verhindern ! Zum Beispiel zwischen Autofelge und Nabe !! Bei Bremsbelägen um das " Quitschen " zu verhindern ! Bei Lambdasonden um sie bei einem eventuellen tausch raus zu bekommen ohne sie ab zu reißen ! Bei Zündkerzen allerdings .... hab ich noch nie was drauf gemacht !
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Beitragvon ZX » 16.08.2006, 10:01

Habe noch nie gehört das jemand beim Zündkerzen wechseln Kupferpaste verwendet :shock:
Fahr nie schneller als Dein Schutzengel fliegen kann ;)

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Beitragvon Kasi » 16.08.2006, 10:29

Normalerweise ist kupferpaste für thermisch belastete verbindungen somit auch für kerzen zu gebrauchen aber hauptsächlich für auspuffverbindungen und dort im kopf/krümmerbereich.Auch als antiquitschmittel bei scheibenbremsen zu gebrauchen.Wichtig ist den schmodder sparsam zu verwenden :D
Endlich was zum toben

Nix mehr Buell dafür wieder D-Modell 6800Km

Wenn Gott gewollt hätte das mein Moped sauber sein soll würde er Spüli in den Regen geben!

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Beitragvon smarti1010 » 22.08.2006, 09:46

Zumindest wird durch das Schmieren das Drehmoment verfälscht ! Das Kupferpaste das Material Angreift ...... kann ich mir nicht vorstellen !


Da kann ich dem Roadrunner nur zustimmen.... angreifen des Gewindes kann ich mir nicht vorstellen.... aber was viel schlimmer ist ist das sich das Anzugsdrehmoment nicht mehr richtig messen läßt und verfälscht wird. Dadurch kann es dazu kommen, das man das Gewinde überdreht. Ich habe schon einiges geschraubt und in meinem Leben viel kaputt gemacht aber mit Kerzen hatte ich nie ein Problem und würde sie auch nie mit Kupferpaste einschmieren.... Ich lasse sie im Zweifel lieber etwas loser als sie zu fest zu ziehen.... und das hat sich bewährt.

Gruß Chrissi
Viele sonnige Grüße von der schönen Nordseeküste.


D-Modell Bj 91 mit gerade mal 24.000 Km auf der Uhr

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Kawakitschi
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Beitragvon Kawakitschi » 05.10.2006, 19:49

Hmmm.
Habe im Yahoo mal "Kupferpaste + Zündkerze" eingegeben, Selbst bei Autos wird Kupferpaste auf dem Kerzengewinde empfohlen. Also am Besten.... Tja, was nun?

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flobli
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Beitragvon flobli » 08.10.2006, 11:42

hi,

das ist halt die "theorie der praxis", die sich irgendwelche leute ausgedacht haben, die es nicht besser wissen. wenn du natürlich meinungen eines ATU-mannes gewichtig in deine entscheidungsprozesse einfliessen lässt, weil du ihn als einen kompetenten mechaniker einstufst, dann wird dich keiner hier in deinem glück bremsen können.

kupferpaste wird bei schraubverbindungen verwendet, die thermisch hoch belastet werden (auspuffanlage, weitestgehenst homogene schraubverbindung). zündkerzen-gewinde werden thermisch nicht hoch belastet. es wird auch kupa gegen das quietschen von bremsbelägen verwendet, aber das ist eine andere geschichte.

generell gilt, wenn du ein edeles und ein unedeles metall verbindest oder aneinander hälst (heterogene schraubverbindung), entstehen kontaktkorrosionen. es entsteht eine spannungsreihe, wenn elektronen wandern können (alu-kühler, eisen-motorblock, salzhaltiges leitungswasser, statt destilliertem –> kühler löst sich auf). paradebeispiel ist eine batterie, bei der der elektronenfluss als "strom" verbraucht wird. diese elektrochemische korrosion ist umso größer, je mehr sich die potentiale der metalle unterscheiden. und das ist bei kupfer und aluminium der fall. wenn die metalle sich direkt berühren, dann ist ein elektronenfluss gegeben (metalle als elektrische leiter) und somit eine korrosion vorprogrammiert. mach das experiment im keller: ein poliertes stück kupferrohr auf ein poliertes stück aluminium legen und ein paar tage stehen lassen.

das sind die dabei ablaufenden teilreaktionen, wobei du erkennst, dass das aluminium sich löst:

3Cu2+ + 6e- –> 3Cu
2Al –> 2Al3+ + 6e-

bei grösserem interesse, einfach mal fragen...


grüße
flo


edit: google weiss ja auch einiges: LINK
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Beitragvon 599cc » 09.10.2006, 19:24

Ich dachte bei edlen Metallen und Kupfer gehoert wohl noch dazu findet der Elektronenaustausch in viel geringerem Masse statt?
Dann muessten ja auch die vielen Goldbarren, wenn sie auf Blech gelagert wuerden "rosten".
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Beitragvon kowinator » 09.10.2006, 21:05

@ Flo Opfer Anode???
@599cc Welche Goldbarren...Deine??? :shock: Ich komm vorbei :lol: :lol:
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Beitragvon flobli » 09.10.2006, 22:10

...der fall ist umgekehrt. die edelen metalle "rosten" nicht (werden nicht oxidiert). und deine goldbarren auch nicht (gold als edelstes der metalle, "könig der metalle", das von keiner säure, bis auf königswasser gelöst wird). und das kupfer (eisen auch) ist edeler als aluminium, weil sie in der spannungsreihe oben stehen. somit wird das aluminium oxidiert! bei der reduktion an kupfer (oder deinem gold im keller) bekommste anlagerungen von z.b. fremdmetallen.

deshalb auch keine opfer-anode, wie es z.b. bei zink-spray an karroserie-teilen der fall ist. zink ist tierisch unedel und löst sich sogar schon in wasser unter wasserstoff-entwicklung (geringfügig).


grüße
flo
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Beitragvon 599cc » 10.10.2006, 10:43

Danke Flo, was bin ich froh um mein Gold. Muss mich also nur um die Erbschleicher kuemmern.
Ansonsten halt die ganzen Aluschrauben wieder raus, die Kupferpaste entfernen konventionelles Fett.
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Beitragvon flobli » 10.10.2006, 12:57

... Ansonsten halt die ganzen Aluschrauben wieder raus, die Kupferpaste entfernen konventionelles Fett.

oder, wenn nicht anders vorgesehen, gar nichts an die schrauben packen... fett an einer schraube, wo es warm wird, kann die schraubverbrindung anbacken lassen.
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Beitragvon kowinator » 10.10.2006, 21:07

Danke Flo, was bin ich froh um mein Gold. Muss mich also nur um die Erbschleicher kuemmern.
Ansonsten halt die ganzen Aluschrauben wieder raus, die Kupferpaste entfernen konventionelles Fett.


Wegen der Erbschleicher hör auf Flo,nimm Königswasser und lös dein Gold aus ihnen heraus...Problem gelöst :lol: :lol: :lol:
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